Europa, deine Grenzen

Ein Gespräch mit Martin Berg, dem Leiter des Bereichs Theater und Tanz des Goethe-Instituts, über «After the Fall», ein europäisches Theaterprojekt zwanzig Jahre nach dem Ende des Eisernen Vorhangs.

Theater heute - Logo

Theater heute Die internationale Arbeit des Goethe-Instituts betraf lange Zeit vor allem die Organisation von Gastspielen. Das ist schon länger nicht mehr ausschließlich so. Was hat sich da in den letzten Jahren verändert?

 

Martin Berg Wir legen mehr Wert auf konkrete Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Ländern. Aus diesen Kooperationen können beispielsweise gemeinsame Inszenierungen von deutschen und ausländischen Künstlern entstehen, deren Ergebnis nicht immer kalkulierbar ist.

 

Dabei gehen wir ein größeres Risiko ein, als wenn wir nur fertige Produktionen auf Gastspielreise schicken. Wir gehen es aber bewusst ein, weil es natürlich spannender ist, wenn etwas Neues im Dialog entsteht, und wir legen dann auch Wert darauf, dass es in Deutschland zu sehen ist.

 

TH Sind das meistens gemeinsame Stückentwicklungen, oder gibt es auch andere Formate?

 

Berg Ganz unterschiedlich. Wir laden zum Beispiel häufig deutsche Regisseure oder Choreografen ein, im Ausland zu arbeiten. Stückaufträge gab es bisher eher selten. Dea Loher hat in unserem Auftrag in Sao Paulo vor Ort ein Stück entwickelt, «Das Leben auf der Praca Roosevelt», mit der Perspektive, dass sowohl das Thalia Theater in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen
Weitere Beiträge
Bilder und Texte zu Inszenierungen von Jürgen Gosch 1978 - 2009

1978 «Leonce und Lena», Büchner, Volksbühne Berlin

«Mein Herr, was wollen Sie von mir?» Ein schlaksiger junger Mann im hellen, heruntergekommenen Anzug, die Melone tief ins Gesicht ge­zogen, hat die Bühne betreten. Auf der leeren, öden Szene, von einer schäbigen Treppe gebildet, die sich im Orchestergraben verliert, ein einsamer Stuhl. Aus einer 08/15-Aktentasche...

Ibrahims Traum

Als sich der Kleinbus von der Nähe des Damaskustores aus in Richtung Ramallah in Be-wegung setzt, ist es noch früh am Morgen. Von Jerusalem bis nach Ramallah sind es nur knappe 15 km. In diesem Landstrich können 15 km allerdings Welten trennen. Kaum hat der Bus die Stadtgrenze im Norden hinter sich gelassen, erreichen wir Kalandia, einen der größten israelischen...

Die Kunst der Bescheidenheit

Eine gehörige Portion Frechheit gehöre schon dazu, räumt Tristan Vogt ein und ordnet auf dem wackligen Campingtisch die Welt neu. Es ist Kafkas Welt in diesem Fall, aber das sieht man der Szenerie eigentlich gar nicht an. Klischees haben auf der Resopalplatte sowieso keinen Platz. Das Schloss, um das es hier gehen soll, muss man sich auch denken; das Dorf besteht...