Emotionaler Hardrock
Nächste Saison geht Jörg Pohl nach Hamburg. Weg von Zürich. Leider. Denn selten trifft man in einem Theater auf einen jungen Schauspieler wie ihn, von dem man bei der ersten Begegnung denkt: «Klar, hochbegabt», und bei der zweiten: «Hm, vielleicht sogar genial?», und bei der dritten: «Okay, zweifellos genial.» Einen, dem man gerne noch jahrelang zuschauen möchte, beim Wachsen, beim Älterwerden, beim Zweifeln, vielleicht auch ausnahmsweise einmal beim Scheitern – und immer wieder beim Brillieren.
Jörg Pohl ist einer, der die schwierigsten Rollen mit einer intelligenten Leichtigkeit in unerwartete Höhen stemmt. «Richtig Arbeit ist es für mich eigentlich nicht. Das ist ja ein großer Genuss, eine Lust und ein Privileg», sagt er dazu, «aus Texten werden Menschen, das ist ein total schizophrener und wunderbarer Vorgang, überraschend und absurd.»
Exzessive Borderliner: Dostojewskis Idiot und Burgess’ Alex
Stimmt. Denn da war Jörg Pohl in der letzten Saison als Alex in «Clockwork Orange» nach Anthony Burgess (Regie David Bösch) und als kindlicher Fürst Myschkin aus «Der Idiot» von Dostojewski (Regie Alvis Hermanis), zwei riesige, ungeheuer textlastige Rollen, die er mit einer ...
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Was Film von Theater unterscheidet, ist vor allem der intensivere Realismus des Films. So heißt es. Im Film können Dinge so abgebildet werden, dass der Zuschauer sie glauben kann. Im Theater weiß man immer, dass nur gespielt wird. Man weiß, dass das, was passiert, nicht «real» ist. Und so hat Theater dann auch eine größere Distanz zur Realität als der Film. Da ist...
Theater heute John von Düffel, vor drei Jahren haben Sie für das Thalia Theater in Hamburg Thomas Manns «Buddenbrooks» dramatisiert, ein Stück, das nicht nur bis heute dort auf dem Spielplan steht, sondern in dieser Saison an zahlreichen Theatern nachgespielt wird. Worin besteht die künstlerische Herausforderung, wenn man aus einem 700-Seitean-Roman einen...
spekulation.
kann man einen zusammenhang erkennen zwischen der erschreckenden zunahme der krankheit krebs und der gesellschaft, in der sie derartig zunimmt? krebs hat ja als überproduktion von zellen zumindest strukturell gemeinsamkeiten mit bestimmten ökonomischen erscheinungen im kapitalismus.
oder hat diese krankheit etwas mit der deckelung bestimmter...
