Ein:e geniale Künstler:in werden

Mateja Meded erklärt, wie’s geht. Eigentlich ganz einfach

Theater heute - Logo

Liebe Anna Sophie, ich hasse dich. Zutiefst verachte ich Frauen wie dich, weil das neue Patriarchat sind auch weiße Frauen, die sich wie Alphamänner verhalten, oder auch Frauen, die zu Minderheiten ge -hören, die sich aber wie diese weißen Frauen verhalten, und die wiederum wie diese Patriarchen. Im Patriarchat ficken alle alle. Aber niemand fickt gut. The tragedy of late modern human capitalism. Liebe Anna Sophie, nein. Ich werde nicht aufhören, deine Synapsen zu penetrieren. Ich will, dass sich meine Worte in dein Gehirn eintätowieren. Ich will, dass du von mir träumst.

Und ich will, dass es ein Alptraum ist. Liebe Anna Sophie, das hier ist ein Liebesbrief an dich. Ein Manifest, wie man als feministische Künstler:in, die intersektional denkt und handelt, nicht nur in Zeiten wie diesen überlebt, sondern auch Fotzenschleimpower produziert.
1. Das Patriarchat ist da, um benutzt, ausgenutzt und ausgelacht zu werden.
2. Der Unterschied zwischen der Meister:in und der Student:in ist: Die Meister:in ist tausendmal öfter auf die Fresse gefallen.
3. Eine Künstler:in zu sein, bedeutet Risiken eingehen. Das Risiko, seine Wohnung, Krankenkasse oder Handyrechnung nicht zahlen zu können.
4. Sc ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 98
von Mateja Meded

Weitere Beiträge
Bankrott der Politik

Theater heute Herr Wesener, Sie sind kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und haben als ehemaliger Berliner Finanzsenator bis zur Neuwahl des Abgeordnetenhauses im Februar 2023 auch Einblick in die finanzpolitischen Zusammenhänge über das Kulturressort hinaus. Deshalb wollen wir ein bisschen mehr über die Sparpolitik des Berliner...

Kritiker:innenumfrage 2025

1 Stück
2 Inszenierung, Performance/Dramaturgie
3 Bühnenbild, Video, Kostüme
4 Schauspielerin
5 Schauspieler
6 Gesamtleistung eines Theaters
7 Beste:r Nachwuchskünstler:in
8 Ärgerlichste Erfahrung des Jahres

 

Margarete Affenzeller
«Der Standard», Wien

1 Eve Leigh «Verbranntes Land (Salty Irina)»

2 Regie/Choreografie: Florentina Holzinger und Dramaturgie: Felix...

«Wer spielt, lebt»

Cheering up? Wirklich? In einer Zeit, in der die Realität anmutet wie ein überproduziertes Endzeitdrama – nur ohne Pause, ohne Pointe? Die Gegenwart gleicht einem frontal entgleisten Schnellzug. Der Himmel: ein leerer Bildschirm. Die Luft: gesättigt mit Meinung, aber erschreckend arm an Haltung. Die Gesellschaft wühlt sich durch Debatten wie durch Schuttberge,...