Ein Theater aus Glas

Johan Simons geht es um Transparenz und Inspiration

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Ich möchte ein Theater aus Glas haben.
Mitten in der Stadt.
Das Theater besteht aus zwei Gebäuden.
Beide haben eine Ur-Form.
Das eine hat den Grundriss eines Kreises, das andere ist ein Quadrat.
Die Wände sind aus Glas.
Wenn man auf der Straße vorbeiläuft, kann man reinschauen und
sehen, wie geprobt wird.
An manchen Probentagen ist die Fassade geöffnet, und die Passanten können reinkommen.

Das Bühnenbild steht schon.
Die Schauspieler und das Team sitzen am Tisch, lesen den Text und reden über die Inszenierung.


Es geht mir darum, die Entstehungsprozesse der Öffentlichkeit preiszugeben.
Es geht mir um Transparenz und Inspiration. 
Es kommt in der ersten Probenphase häufig vor, dass ein Schauspieler aufsteht und fragt: «Schaut mal, Leute, wäre es was, wenn ich das zum Beispiel so spiele?»
Er macht einen Schritt auf die Bühne, zeigt etwas, setzt sich wieder, wir reden und lesen weiter.
Das finde ich die schönste, interessanteste Phase.
Ich versuche, sie so ausführlich wie möglich zu machen, sie so lange wie möglich dauern zu lassen.
Der Schritt vom Lesetisch zur Bühne wird so sehr organisch.
Die Gedanken und die Körper spielen zusammen.
So einen Prozess der Öffentlichkeit zu zeigen, ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 150
von Johan Simons

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