Durchgezappt
Der Inszenierung indirekt vorangestellt ist ein vielsagender Satz des Autors. «Ich bin genauso wie meine Figuren», schreibt Falk Richter im Programmheft, und man beginnt sogleich nach den Spuren zu suchen. Wahrscheinlich sind sie in allen sieben Figuren zu finden, die Richter in seinem Stück «Krieg der Bilder» in einem unübersichtlichen Medien-Kultur-Kunst-Bereich verortet und größtenteils in ihren Dreißigern imaginiert: Fotografen, Agenturleute, Videokünstler, Journalisten – hip, gestresst und irgendwie austauschbar.
Besonders Tim, der erfolgreiche «Kulturmensch», könnte ein Alter Ego Richters sein. Er jettet durch die Welt, hetzt von einer Publikumsdiskussion zur nächsten, langweilt sich auf Empfängen des Goethe-Instituts, starrt an die Decken von Hotels, die überall gleich aussehen. Zuständig ist er für Kulturaustausch – aber was, fragt er, gibt es da eigentlich auszutauschen? Die Antwort des Stücks: Informationsfetzen, die über Bildschirme, Handys, Faxgeräte, Datenleitungen hin- und hergetauscht werden.
Vermutlich unter dem Eindruck des Irak-Krieges hat Richter 2003 seinen Text geschrieben, der keine kohärente Handlung aufweist, sondern als Collage von Bewusstseinsströmen, ...
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Sie hat durchgehalten, und es kann nicht einfach gewesen sein: Vom 9. März bis zum 31. Mai dieses Jahres saß die Performancekünstlerin Marina Abramovic im Museum of Mo-dern Art in New York täglich während der Öffnungszeiten des Museums sieben Stunden ohne Unterbrechung auf einem einfachen Holzstuhl, sechs Tage die Woche, schweigend. Ein Exerzitium als...
Theater heuteHerr Stüdemann, Sie verkörpern eine interessante und seltene Personalunion: Sie sind in Dortmund gleichzeitig Kulturdezernent und Kämmerer. Wie geht das überhaupt?
Jörg StüdemannGanz gut, und ich mache das ja auch schon länger. Auch in Dresden war ich neben meinem Job als Kulturdezernent stellvertretender Kämmerer, und in Dortmund bin ich in meinem...
