Düsseldorf: Liebe, Männer
Am Anfang war das patriarchalische Paradies. Schreiber Licht sorgt für Helligkeit am Sicherungskasten, Ruprecht repariert den Kühlschrank, Frau Marthe rupft ein Huhn, und Richter Adam thront mit Allongeperücke und Talar in der Mitte. Die Vögel zwitschern, und die Hähne krähen. Und aus Adams Talar schlüpft Eve, spärlich bekleidet, hervor und schmiegt sich an ihn. Die Erschaffung des Weibes aus der Rippe des Richters.
Doch Licht aus – und Adam liegt kahlköpfig mit klaffenden Wunden am Boden, ein angebissener Apfel vor ihm.
Mit dem Sündenfall sind wir mitten im modernen Schlamassel.
Laura Linnenbaum inszeniert Kleists Lustspiel mit viel Lust am Wortwitz und viel Wut über die Lust der mächtigen Männer. Es gibt natürlich keine dörfliche Idylle mehr, nur einen kahlen, tür- und fensterlosen Raum (Bühne: Valentin Baumeister), eine Leiter (als Richterstuhl) und einen Kühlschrank (gleichzeitig Speisekam-mer und Aktenregistratur wie bei Richter Adam üblich). Darin läuft der Schwank vom «ausgehunzten Richter», der sein eigenes Vergehen vertuschen will, ganz textgetreu ab, mit allen saftigen Pointen Kleists. Andreas Grothgar ist ein schlauer, nervös grimassierender Adam, der triumphierend ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Gerhard Preußer
Zu ikonischer Prominenz hat es vermutlich nur der «Nachtmahr» gebracht. Das Gemälde, das ein kompaktes braunes Teufelchen auf der Brust einer etwas überstreckt dahingegossenen Schlafenden zeigt, flankiert von einem Rappenschädel mit glimmenden Augen, gilt als ein Vorzeigekunstwerk der Gothic Art. Tatsächlich täte man Johann Heinrich Füssli, dem Schweizer Schöpfer...
In einem Interview vor der Premiere seiner Adaption von Geschichten aus Clemens Meyers Erzählungsband «Die stillen Trabanten» in den Kammerspielen des Berliner Deutschen Theaters hat Regisseur Armin Petras gesagt: «Ich hasse diese Wikipedia-Autoren, die sich ihre Stücke zusammenrecherchieren. Bei Clemens weißt du, dass das stimmt. Man merkt es an Details.» Und dann...
Burkhard C. Kosminski macht gerne Hausbesuche. Schon ein gutes Dutzend Mal war der Schauspielintendant seit Amtsantritt zu Gast bei Stuttgartern. Kosminski hört gerne zu, und er redet gerne. Jeder kann ihn einladen. Einzige Bedingungen: 8–20 Leute. Essen und Trinken. Und es wird nicht über vormalige Stuttgarter Intendanten geschimpft.
Überhaupt wirkt der «Neue»...
