Drama-Export zur Gegenwartsfindung

Wie neue deutsche Stücke ihren Weg auf weit entlegene Bühnen finden – ein Report aus Kasachstan, Usbekistan und der Ukraine

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Fast klingt es wie Schlag, doch SCHAG besteht aus den russischen Anfangsbuchstaben von Schweiz, Avstrija und Germanija, zugleich das russische Wort für Schritt. Als 2011 der vierte SCHAG-Band in Moskau erschien, war das die größte Anthologie neuer deutschsprachiger Dramatik im Ausland: 36 Stücke auf rund 1.800 Seiten.

Zehn Jahre zuvor hatte der Leiter des Moskauer NET-Festivals Roman Dolshansky den ersten Band beim dortigen Goethe-Institut angeregt und in szenischen Lesungen das russische Publikum mit Moritz Rinkes «Der Mann, der noch keiner Frau Blöße entdeckte» und Roland Schimmelpfennigs «Arabischer Nacht» bekannt gemacht. Es war die Zeit, die man rückblickend als Boom der neuen deutschen Dramatik bezeichnen kann, als man sich auch in Ländern dafür wieder zu interessieren begann, in denen die Kenntnis des deutschen Repertoires irgendwann nach den Handkes und Kroetzens der siebziger Jahre versiegt und vom deutschen Theater vor allem die Regisseure bekannt waren. Nun aber wurde die neueste deutsche Dramatik vor allem im Osten Europas als spannender Anschluss an die britischen «In Yer Face»-Stücke angesehen, die mit drastischer Direktheit von den sozialen Verwerfungen im Inselreich ...

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Theater heute April 2013
Rubrik: Ausland, Seite 50
von Thomas Irmer

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