Die TV-Bibel
Sollte vom deutschen Privatfernsehen, dieser großartigen Trashverfertigungsanstalt für alle, von all seinen Primatenbräuten namens Daniela Katzenberger und Mittelstandsmarionetten wie Lena Meyer-Landrut einmal nichts übrigbleiben als ein dickes, orangefarbenes Buch, dann, ja dann darf man sagen: Es hat sich gelohnt. Jahre der Plackerei in den Castingfabriken der Republik, die immer von neuem Zigtausende vorwiegend junger Menschen über ihre Fließbänder schleusen und am Ende jeweils ein gutes Dutzend glitzriger Amateure in den Arenen von Mottoshows und Finalsendungen verfeuern.
Denn dieses Buch, das sich im klugen Bücherregal fast so gut macht wie der orangefarbene Ziegelstein «Abfall für alle» von Rainald Goetz, ist die Essenz von allem. Die bisherige jedenfalls. Und es gibt einem sofort den Glauben an eine noch nicht so alte Studienrichtung, an die man vor diesem Buch noch nie geglaubt hatte. Sie nennt sich Medienwissenschaften, das Buch heißt «Die Casting-Gesellschaft», herausgegeben und bevorwortet haben es die beiden Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und Wolfgang Krischke, gefüllt haben die rund 350 Seiten 25 ihrer Studierenden, und man muss schon sagen: Was diese ...
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