Die Tür zur Geschichte

Das Ballhaus Naunynstraße zeigt Theater-Versuche über das Politische im arabischen Raum

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Dem Zufall verdanke sie diesen Preis, sagte die junge ägyptische Theatermacherin Laila Soliman im November letzten Jahres zu den versammelten SPD-Honoratioren, die ihr den 1. Internationalen Willy-Brandt-Sonderpreis für besonderen politischen Mut verliehen, dem schlechten politischen Gewissen, das aus der frag­würdigen deutschen Außenpolitik resultiere, «und vielleicht der Tatsache, dass ich Ihren Vorstellungen einer Revolutionärin entspreche: jung, unverschleiert, gebildet, nicht religiös; kurz: jemand, mit dem Sie sich identifizieren können.

»

Auf dieses Identifikationspotenzial setzte auch das Ballhaus Naunynstraße in seiner Werbekampagne für das Festival «Voicing Resistance», das anderthalb Jahre nach Beginn des «arabischen Frühlings» künstlerische Stimmen des Widerstands aus Kairo, Jenin, Ramallah oder Beirut versammelte. Auf dem großformatigen Plakat blickt man in Solimans ausdrucksstarkes Gesicht, vom Kopf blutet ihr eine tote Friedenstaube ein dekoratives Rinnsal über die schöne Märtyrer-Stirn. – Weiter kann man sich von Solimans eigener pathosfreier Bühnen-Ästhetik, die dem gesprochenen Wort und der unmittelbaren Kraft des Dokumentarischen vertraut, kaum entfernen.

Fremdbes ...

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Theater heute August/September 2012
Rubrik: Magazin: Festival, Seite 69
von Anja Quickert

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