Die steirische Eiche

In Stadt und Land ließ das Festival steirischer herbst über «Liaisons dangereuses» nachdenken

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Die Natur ist einfach, die Natur seid ihr.» Mit dieser schlichten Formel leitet das Performance-Duo united sorry in seinen Programmtext zu «the forest project» ein. Einst war der Mensch in spiritueller Harmonie mit der Natur vereint, heute tankt ein profaneres Bewusstsein nur frische Luft in den Wäldern. «Und doch sehnen wir uns manchmal nach einer urtümlicheren Verbindung zur Natur. Woher kommt diese Lust? Woher überhaupt die Entfremdung?»

«Wie immer sind es mehr Fragen als Antworten, die uns bewegen», gibt die Festivalleitung des steirischen herbsts in ihrem Vorwort unumwunden zu.

Gleichzeitig sprach das diesjährige Festivalmotto auch ausdrücklich eine Warnung aus: «Liaisons dangereuses: Alliancen, Mesal­liancen und falsche Freunde». Was aus der geografischen Distanz noch wie eine begriffliche Leerstelle wirkte, um diverse Themen, 108 Projekte, 500 Künstler und Theoretiker einen Festival-Monat lang zu klammern, fühlt sich plötzlich inmitten unzähliger Wahlplakate, die Graz an diesem Herbstwochenende wegen der Nationalratswahl verhüllen, sehr konkret an. «Die Natur ist einfach, die Natur seid ihr», hätte in aller Schlichtheit des Appells auch seinen Platz gefunden.

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Theater heute Dezember 2013
Rubrik: Festivals, Seite 48
von Anja Quickert

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