Die lächerliche Finsternis
ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE
Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht nur erlaubt, sondern ratsam. In Ankündigungen, Programmen und Ähnlichem ist nicht die Bezeichnung «Stück von», sondern «Nach einem Hörspieltext von» zu verwenden, und zwar, weil es so ist.
Viel Spaß.
W. Lotz, 11. April 2013
I. PROLOG DES SOMALISCHEN PIRATEN
Sehr geehrter Herr vorsitzender Richter, mein Name ist Ultimo Michael Pussi, und wie Sie wissen und wie ja auch der Deutschen Presse zu entnehmen war bin ich ein schwarzer Neger aus Somalia.
Der Einfachheit halber spreche ich Deutsch mit Ihnen, bitte verstehen Sie das, es macht alles ja viel einfacher, wie ich finde.
Zu meiner Person kann ich folgende Angaben machen:
Ich wurde geboren in der Regenzeit, unter einem Baum, dessen Blüten am Morgen duften wie die Blüten keines anderen Baumes, allerdings am Mittag schon scheu ihre Kelche verschließen vor den ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Stück, Seite 99
von Wolfram Lotz
Die letzten Tage der Menschheit sind jetzt auch schon wieder hundert Jahre her. Aus gegebenem Anlass war das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele 2014 monothematisch dem Ersten Weltkrieg gewidmet, und da führte an Karl Kraus’ großem Wiener Weltkriegstheater «Die letzten Tage der Menschheit» (1922) kein Weg vorbei.
Die im Landestheater als Koproduktion mit...
Als ich den damals noch recht jungen Gert Voss zum ersten Mal ganz bewusst auf der Bühne wahrnahm, war er sehr alt. Ich hatte ihn schon vorher gesehen – so in Claus Peymanns und Achim Freyers Stuttgarter «Faust» von 1977; aber da war er mir nicht wirklich aufgefallen in der Menge der turbulenten Aktionen und Akteure. Am 7. Mai 1982 aber, als «Der Kirschgarten» in...
Annie Sprinkle hat schöne Brüste. Große, schwere, weiche Brüste, die die 60-jährige Übermutter der künstlerischen Sexarbeit im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu Strauss’ «Donauwalzer» tanzen ließ: niedlich, lustig, auch erotisch. Es war eine kluge Entscheidung, Sprinkles kurze Performance «Bossom Ballet» zur Eröffnung der Konferenz «Fantasies that matter –...
