Die Knickerbockerzeit

Peter Handke «Immer noch Sturm»

Theater heute - Logo

«Eine Heide. Eine Steppe. Eine Heidesteppe. Oder wo.» Die lokale Verortung ist schwierig, genau wie die zeitliche: «Jetzt. Im Mittelalter. Oder wann.» Erschöpfend werden diese Begriffe in Peter Hand­kes «Immer noch Sturm» eingekreist, «wo» und «wann», eine Rekonstruktion der eigenen Herkunft mittels Sprache, die eigentlich das Nachspüren eines nationalen Selbstverständnisses ist. «Was ist das für ein Volk?», fragt einer.

Ja, was ist das für ein Volk, das da auf dem Jaunfeld haust? Kärntner Slowenen sind es, eine ewig rumgeschubste Minderheit, Verlierer der Geschichtsschreibung.

Handkes Drama wurde nach Dimiter Got­scheffs Uraufführung 2011 bei den Salzburger Festspielen vielfach als sprachmächtige Heimatsuche gelobt, die Übernahme der Inszenierung ist eine feste Bank im Repertoire des Hamburger Thalia. Viel nachgespielt aber wurde das Stück bislang nicht: Graz, Mülheim, Nürnberg, Osnabrück – und jetzt Lübeck, wo sich Andreas Nathusius des Stoffs annimmt. Der treibt Handke erst einmal seinen gleichförmigen, raunenden Ton aus, der zwar zum introspektiven Charakter von «Immer noch Sturm» passt, das Stück aber mehr der Prosa annähert als dem Theater. Im Zentrum steht bei Handke die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik Lübeck, Seite 66
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Drei Trommelschläge

Die Nachricht von Gottfried Johns Tod erfuhr ich durch die Medien. Das hätte früher, als wir uns kennenlernten, keiner von uns gedacht, nämlich, dass je einer von uns sterben könnte, ganz zu schweigen davon, dass wir nicht ständig überein­ander Bescheid gewusst hätten.

Wir sprachen oft über den Tod, aber ebenso häufig über die Liebe, das Theater, die
Literatur, die...

Premieren im Oktober · On Tour

Aalen, Theater der Stadt
3. Dreßler nach Netenjakob, Macho Man
R. Winfried Tobias
4. Ecer, Am Rand (DE)
R. Tina Brüggemann
5. Dirisamer nach Erlbruch, Ente, Tod und Tulpe
R. Petra Jenni

Altenburg/Gera, TPT
3. Miller, Tod eines Handlungsreisenden
R. Bernhard Stengele (in Gera)

Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
5. Theobalt nach Guareschi, Don Camillo und Peppone
R....

Die lächerliche Finsternis

ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE

Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...