Die große Konstante
Ja, es war ein besonderer Jahrgang. Und das ist, man muss es so banal festhalten, in erster Linie der Pandemie geschuldet. Nie zuvor wäre Business as usual für eine Theatersaison eine gute Nachricht gewesen. Es gab aber kein as usual, und das Business stockte obendrein, vor allem im Box Office. Umso erfreulicher, dass der Auswahljury der Mülheimer Theatertage 2021 der Festival-relevante Lesestoff in keiner Coronamutationsphase ausgegangen ist.
Die deutschsprachige Dramatik lieferte ihre Injektionen reichhaltig, stichhaltig und pünktlich – sofern sich das von außerhalb der Dramaturgenbüros beurteilen lässt.
Von den Folgen der Kultur-Shutdowns ist die Juryarbeit selbstredend so wenig verschont geblieben wie die Theaterszene. Wir lasen, wir listeten, wir fuhren auf Sicht, aber immer seltener ins Theater. Was natürlich am lamentablen Zustand der Reisefreiheit durch drei Staaten beziehungsweise 51 Bundesländer und Kantone liegt. In manchen Wochen war Stuttgart staufrei erreichbar und Wien eine verbotene Stadt.
Es entstand eine neue Videomeetingkultur, verbunden mit einem manchmal schon unheimlichen Zwang zur absoluten Gesprächsdisziplin. Es gab Livestreams und Geisterpremieren in ...
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Theater heute Mai 2021
Rubrik: Mülheimer Stücke, Seite 16
von Stephan Reuter
507 lautet die entscheidende Zahl. 507 Arbeitsstunden müssen die Freelance-Angestellten in Frankreichs Theater- und Filmbranche, die sogenannten «intermittent.e.s», aufweisen, um ihren Status beizubehalten und Anspruch auf staatliche Unterstützung zu haben. Das System der «intermittence» ist eine kulturpolitische Ausnahme in Frankreich. Die Künstler*innen sind...
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Es gibt kein Draußen mehr. Seit die Theater im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen schließen mussten, haben sich die halböffentlichen Bühnenräume verschlossen. Es wird zwar weiterhin geprobt und gearbeitet, aber die Bühnen sind keine Orte der Zusammenkunft und des Austauschs mehr. Und die einzigen künstlerischen Produkte, die noch an die Öffentlichkeit kommen,...
