Die Spiegeltiere

Weltflucht und Online-Vereinzelung: Peter Jordan und Leonhard Koppelmann streamen «Shockheaded Peter« aus dem Hamburger Thalia, Markus Bothe «Bilder deiner großen Liebe» aus dem Hannoverschen Ballhof

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Es gibt kein Draußen mehr. Seit die Theater im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen schließen mussten, haben sich die halböffentlichen Bühnenräume verschlossen. Es wird zwar weiterhin geprobt und gearbeitet, aber die Bühnen sind keine Orte der Zusammenkunft und des Austauschs mehr.

Und die einzigen künstlerischen Produkte, die noch an die Öffentlichkeit kommen, bespielen nur eine virtuelle Öffentlichkeit: Die Theater füllen das Internet, Orte wie das Hamburger Thalia Theater oder der Hannoversche Ballhof sind zu Studios geworden, aus denen heraus gesendet wird, keine Orte der Teilhabe mehr.

Dass Peter Jordan und Leonhard Koppelmann «Shockheaded Peter» von Julian Crouch und Phelim McDermott inszenieren sollten, plante das Thalia Theater schon länger. Die Pandemie sorgte allerdings dafür, dass die «Junk Opera» zur Musik von Tiger-Lillies-Sänger Martyn Jacques zur Online-Premiere wurde, was auf den ersten Blick unpassend wirkt: Die Theatersprache von Jordan und Koppelmann setzt auf Überwältigung und auf direkte Publikumsreaktionen, auf Lacher, rhythmisches Klatschen und eine mitreißende Begeisterung, die den manchmal krachledernen Humor dieser Inszenierungen erträglich macht. «Shockheaded ...

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Theater heute Mai 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 48
von Falk Schreiber

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