Foto: Simone Steiner
deufert&plischke: Lieber Tanz,
Berlin, 6. Juli 2017
Lieber Tanz,
in den letzten Jahren haben wir dir so viele Briefe geschrieben, und noch immer antwortest du nicht. Wir warten darauf wohlwissend, dass Schreiben nicht so dein Ding ist. In der Zwischenzeit werden wir die Menschen weiterhin bitten, dich anzuschreiben, um dir zu sagen, was ihnen wichtig ist in Bezug auf dich, wie sie mit dir leben oder ohne dich.
Über 500 Briefe hast du schon aus Berlin und Tel Aviv bekommen, mehr folgen in diesem Herbst noch aus New York, der Stadt des Postmodern Dance und der noch nicht getanzten Träume. Das Projekt mit dir heißt «Just in Time» – wir denken, es ist an der Zeit, dass wir eine Sprache finden für dich. In Berlin, in der Stadt des Postdance und der somatischen Tagträume, waren wir in Bibliotheken, Schulen, Altersheimen, Cafés, auf dem Tempelhofer Feld, wo die Drachen in der Luft tanzen, um dort Menschen zu finden, die sich noch für dich interessieren. Manche schreiben, dass sie dich lieben, dass du sie geheilt hast, dass sie ohne dich nicht leben können, dass sie dich nicht mehr brauchen, weil sie jetzt in einer festen Beziehung leben, dass sie dich so lange nicht gespürt haben, dass sie dich nicht so gut verstehen ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 108
von deufert&plischke
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