Parkinson-Patienten mit Lehrern im Innenhof des Museo Civico, Foto: CSC
Dance Well
Der Begriff «Utopie» ist eng an das Konzept des Idealen geknüpft. Irgendein Ort, irgendein Zustand, irgendein menschliches Abenteuer, so perfekt und harmonisch erdacht, dass es in der Wirklichkeit unmöglich eingelöst werden kann. Und doch sehnt sich der Mensch unweigerlich danach. Die antiken Philosophen Griechenlands nannten das Ananke – «inneres Bedürfnis», «Zwangsläufigkeit». Etwas, wogegen man nichts tun kann.
Es kann folglich vorkommen, dass Schönheit und Harmonie, also die klassischen Ideale des «Goldenen Zeitalters der Menschheit» (so dieses je existierte), zu den maßgeblichen Ingredienzen werden auch im Kampf gegen physischen Verfall und neurologische Leiden, die die körperliche und mentale Integrität der Betroffenen schwächen. Und die uns häufig zu der Einsicht zwingen, dass das wirkliche Leben das Bedürfnis in uns wecken kann, der tragischen Antithese jenes aristotelischen Ideals ins Gesicht zu blicken, welches der lateinische Dichter Juvenal einst so treffend in die Wendung mens sana in corpore sano kleidete.
Der berühmte Vers war in allen Epochen bereitwillig übernommen worden, um die perfekte Verbindung des Menschen mit dem Universum zu beschwören, welches jener dank ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 92
von Silvia Poletti
Du betrittst den großen Ausstellungsraum. Blau-rotes Licht leuchtet auf Stoffe, die Lautsprecher verkleiden. Auf einer Seite steht ein skelettartiges Kugelobjekt mit dünnen blauen Elektrolumineszenz-Fasern, die wie Dendriten leuchten.
Du bewegst dich zwischen den Lautsprechern hindurch, die in dem Stoffwald verteilt sind, und bemerkst die subtil wechselnden Klänge,...
Der Konzeptkünstler Peter Kees setzt «Arkadische Quadratmeter» in die Landschaft. Die symbolische Landnahme steht für eine Utopie: dass nämlich die Erde wieder der Erde gehört, statt als Staatsbesitz zu firmieren. So ließe sich auch der Körper anders denken: nicht als staatsbürgerliche Hülle, sondern als freies Wesen, das seinen eigenen arkadischen Traum tanzt....
Als Choreograf steht der ehemalige Béjart-Tänzer erst am Anfang. Doch die großen Tanzensembles reißen sich bereits um die Stücke des 29-jährigen Franzosen. Etienne Béchard hat in der letzten Spielzeit mit dem Ballet de l‘Opéra du Rhin «Cupidon s‘en fout» einstudiert. Das gesellschaftspolitische Tanzstück untersucht, was passiert, wenn in einer Welt, in der alles...
