Der Windmühlenkämpfer
Der Titel macht keine Umstände: Eine «Spielplanänderung» wird verlangt, und zwar mit Ausrufezeichen. Im Untertitel dann gleich die nächste starke Behauptung: «30 Stücke, die das Theater heute braucht». Hier geht es nicht darum, was das Theater spielen sollte oder was ihm helfen würde, hier wird gebraucht. Simon Strauß, der Herausgeber dieser kleinen Dramen-Vorstellungsrunde, die auf eine Serie in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zurückgeht mit Beiträgen verschiedenster Autoren*innen, ist kein Mann, der zaudert.
Auch nach dem starken Aufschlag zeigt sich der Herausgeber als Freund vollmundiger Sätze. In seinem «Prolog» wird mächtig aufgeräumt, das Auge zielt aufs Große und Ganze. Die Bundesrepublik leiste sich eine weitverzweigte theatrale Infrastruktur, «als wäre ihre Fortexistenz integraler Teil der Staatsraison». Mit kleinlichen Einwänden wie dem bundesdeutschen Förderalismus und der Tatsache, dass allein Länder und Kommunen diese Infrastruktur tragen, die mit einer wie immer gearteten Staatsraison wenig am Hut haben, hält sich Strauß’ Höhenkammblick verständlicherweise nicht weiter auf. Stattdessen konstatiert der schmerzensstrenge Beobachter eine große allgemeine ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Theaterbuch, Seite 24
von Franz Wille
Sehr geehrtes, weißes amerikanisches Theater, als Gemeinschaft Schwarzer, indigener und PoC-(BIPOC-)Theatermacher*innen sind wir im Vermächtnis von August Wilsons Rede «The Ground On Which I Stand» zusammengekommen, um euch genau zu sagen, auf welchem Boden wir nach den Bürgerunruhen unserer Nation stehen.
Wir sehen euch. Wir haben euch immer gesehen. Wir haben...
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Wenn die Wunde und das Wunder zusammenkommen: Kämpfe am eigenen Körper in Eni...
«Das Reich, lang geteilt, ganz geeint; lang geeint, ganz geteilt.»
Die Geschichte der Drei Reiche (ein klassischer chinesischer Roman), von Luo Guanzhong
«Schmerz aus zweiter Hand ist weit besser als aus erster Hand.»
Aus der Zeit fallen, von David Grossman
Figuren:
Der Außenstehende ein junger Mann in den Zwanzigern
Der Mann, der Schmerz mitansieht...
