Der Windmühlenkämpfer
Der Titel macht keine Umstände: Eine «Spielplanänderung» wird verlangt, und zwar mit Ausrufezeichen. Im Untertitel dann gleich die nächste starke Behauptung: «30 Stücke, die das Theater heute braucht». Hier geht es nicht darum, was das Theater spielen sollte oder was ihm helfen würde, hier wird gebraucht. Simon Strauß, der Herausgeber dieser kleinen Dramen-Vorstellungsrunde, die auf eine Serie in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zurückgeht mit Beiträgen verschiedenster Autoren*innen, ist kein Mann, der zaudert.
Auch nach dem starken Aufschlag zeigt sich der Herausgeber als Freund vollmundiger Sätze. In seinem «Prolog» wird mächtig aufgeräumt, das Auge zielt aufs Große und Ganze. Die Bundesrepublik leiste sich eine weitverzweigte theatrale Infrastruktur, «als wäre ihre Fortexistenz integraler Teil der Staatsraison». Mit kleinlichen Einwänden wie dem bundesdeutschen Förderalismus und der Tatsache, dass allein Länder und Kommunen diese Infrastruktur tragen, die mit einer wie immer gearteten Staatsraison wenig am Hut haben, hält sich Strauß’ Höhenkammblick verständlicherweise nicht weiter auf. Stattdessen konstatiert der schmerzensstrenge Beobachter eine große allgemeine ...
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Theater heute Juli 2020
Rubrik: Theaterbuch, Seite 24
von Franz Wille
Wenn es sich alle Theater so leicht machen könnten wie das in Ingolstadt! Dort entschied man sich, als langsam klar wurde, dass Corona die ganzen fertigen Planungen für die nächste Saison zunichte machen würde, für einen radikalen Schnitt: «Wir haben unseren Spielplan 2020/2021 um ein Jahr verschoben, da dies ein wunderbarer Spielplan ist, wir aber nicht damit...
Es ist ein Kontrast, der sofort aufhorchen lässt. Diese zarte, beinahe ätherische Erscheinung, hellbraune Augen, rotbraune Locken, schön und zerbrechlich, und dann diese tief sonore Stimme mit leichtem österreichischen Timbre. Wenn man sie zum ersten Mal auf der Bühne erlebt, denkt man einen Moment lang, ist da noch wer, oder ist sie das? Sie ist es! Dieser erste...
«Das Reich, lang geteilt, ganz geeint; lang geeint, ganz geteilt.»
Die Geschichte der Drei Reiche (ein klassischer chinesischer Roman), von Luo Guanzhong
«Schmerz aus zweiter Hand ist weit besser als aus erster Hand.»
Aus der Zeit fallen, von David Grossman
Figuren:
Der Außenstehende ein junger Mann in den Zwanzigern
Der Mann, der Schmerz mitansieht...
