Der Suffschlaf der Vernunft
Markus Scheumann und Nadine Geyersbach, zwei der auffälligsten Akteure des Düsseldorfer Ensembles, spielen Kasimir und Karoline – und bleiben leider hinter ihren Möglichkeiten zurück. Beide begnügen sich mit infantilen Trotzgesten, Karoline hält sich an ihrem großen Teddybären fest, während Kasimir so steif und verkrampft über die Wies’n stolziert, als hätte er den Hammer verschluckt, mit dem er auf den Lukas drischt.
Einerseits ist es erstaunlich, dass Karin Neuhäuser, ihrerseits eine veritable Schauspielerin, Horváths Protagonisten nicht schöner zum Blühen bringt, sondern sich eher als Konzeptregisseurin profiliert.
Andererseits hat es auch eine gewisse Logik, wenn dieser szenische Kommentar zur Krise an den Rändern glänzt, scharfkantig die zahlreichen Neben- und Episodenfiguren ins Licht rückt, den derb-brutalen Merkl Franz mit seiner lausig beschränkten Erna, beide im bajuwarischen Lederoutfit (Thiemo Schwarz und Cathleen Baumann), oder die amüsierwütigen Pseudo-Machos Rauch und Speer (Michael Schütz und Winfried Küppers), deren Sauf- und Sexambitionen an Drastik nichts zu wünschen übrig lassen.
Die Poesie, die in der abgrundtief traurigen Oktoberfestgeschichte vom sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als sich der Kleinbus von der Nähe des Damaskustores aus in Richtung Ramallah in Be-wegung setzt, ist es noch früh am Morgen. Von Jerusalem bis nach Ramallah sind es nur knappe 15 km. In diesem Landstrich können 15 km allerdings Welten trennen. Kaum hat der Bus die Stadtgrenze im Norden hinter sich gelassen, erreichen wir Kalandia, einen der größten israelischen...
Die Stimme kommt einem so bekannt vor. Ist das nicht …? Doch, das ist er: Stefan Schmidtke, der Direktor des Festivals Theaterformen in den Jahren 2007 und 2008. Vor Schmidtkes Amtsantritt hätte das hannoversch-braunschweigische Festival beinahe einen schönen Sparposten im Kulturetat der niedersächsischen Landesregierung abgegeben – dann aber wurde es, besonders...
Theater heute Die internationale Arbeit des Goethe-Instituts betraf lange Zeit vor allem die Organisation von Gastspielen. Das ist schon länger nicht mehr ausschließlich so. Was hat sich da in den letzten Jahren verändert?
Martin Berg Wir legen mehr Wert auf konkrete Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Ländern. Aus diesen Kooperationen können beispielsweise...
