Der sanfte Pyromane

(K)eine Trauerrede auf Werner Düggelin!

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Er war ein Kind, ein Kindskopf, ein Lausbub, ein Seiltänzer, ein Traumtänzer, ein Menschenverhexer, ein Spieler und Theaterlüstling, ein Glückspilz, ein Genießer der einfachsten und feinsten Speisen, der auf keinen Gourmetführer angewiesen war, aber ein absolut kompetenter Gourmetführer hätte sein können, ein wahrer Kenner der Weine, ein Kunstsammler, Museumskurator und wissender Freund der Maler und Bildhauer, einer, der einem beiläufig beizubringen vermochte, was nötig zu wissen ist, einer, der dem Perfektionswahn nicht erlag, weil er mit einem knappen «Also gut» oder in seine

r ganz eigenen Sprache mit einem «Zoing, Zoing, Zoing» die Sache weitertrieb, einer, der die Liebe in allen Freuden und Schmerzen erlebt hatte und immer wieder erleben wollte, ein melancholischer Clown und feinsinniges Schlitzohr, kurzum: ein philosophierender Lebenskünstler – nein, der vollbrachte kein Lebenswerk, er war ja das Leben selbst.

Obendrein war dieser Wunder- und Teufelskerl ein Innerschweizer; er kam aus der berühmt-berüchtigten Gemeinde Siebnen im Kanton Schwyz. Die Siebner haben es nämlich faustdick hinter den Ohren, und es kann lebensgefährlich sein, sie zu unterschätzen. Vor allem beim ...

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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Nachruf, Seite 38
von Hermann Beil

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