Der Minimalist

Spezialgebiet Söhne – der Schauspieler Philipp Hauß. Ein Porträt

Theater heute - Logo

Gleich bei unserem ersten Gespräch haben wir uns intensiv über die Neuerscheinungen zu den Paulus-Briefen unterhalten. Philipp Hauß hat nämlich ein Philosophie-Studium an der Universität Wien begonnen und besucht regelmäßig die Lehrveranstaltungen. Es beschäftigt ihn die Frage, wie man aus philosophischer und theologischer Perspektive ein Geheimnis denken kann. Hauß kommt gerade von einer «Rosenkriege»-Probe ins Künstlerzimmer des Burgtheaters, spricht ausführlich über Fragen der Hermeneutik. Der 1980 in Münster geborene Schauspieler ist ein nachdenklicher und gelassener Mensch.

 

Im Alter zwischen 16 und 18 war Hauß oft in Berlin und besuchte viele Inszenierungen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Frank Castorf ist neben Christoph Marthaler der Regisseur, von dem Hauß die meisten Inszenierungen gesehen hat. Bei Christoph Schlingensief hat er assistiert. Die Arbeiten von Andrea Breth, Luc Bondy und Peter Zadek, die er später in Wien kennen gelernt hat, stellen für ihn eine andere Welt dar: «Als Zuschauer interessiert mich mehr, wenn Grenzen aufscheinen und etwas passiert, was über die Inszenierung hinausgeht. Der gemeinsame Nenner, auf den sich Andrea Breth, Christoph ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2009
Rubrik: Porträt, Seite 34
von Klaus Dermutz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Opfer der Freiheit

Es ist vielleicht keine besonders sozialdemokratische Aussage, aber es gibt schon Menschentypen, die sehr viel langweiliger sind als andere. Dazu gehört zum Beispiel die gut abgefundene Ex-Frau, die ihre innere Leere mit Shoppen von Luxusklamotten übertünchen möchte, die naive Verkäuferin, die manchmal auch ganz schmutzige Gedanken hat, oder die einsame Tante, die...

Die feinen Unterschiede

Der Horror beginnt ganz leise. Birgit Minich­mayrs Gitti, PR-Frau beim Musikkonzern Uni­versal, ist ein Mädchen zum Pferdestehlen: unkompliziert, humorvoll, selbstbewusst, und wenn sie ihren Freund halb zärtlich, halb trampelig Richtung Familiengründung zu bugsieren versucht («Komm, wir lassen mal die Kondome weg»), hat das unbedingt Charme. Dazu passt ihr...

Marx oder Murx?

Einst zierten sie als staatlich verordnete Ladenhüter sämtliche DDR-Buchhandlungen. Freiwilligen Absatz fanden sie zur Verwunderung lesefreudiger DDR-Bürger, die stets nach verbotener Westliteratur lechzten und mit «Marxismus-Leninismus» als ideologischem Pflicht­fach traktiert wurden, nur unter linken Studenten aus Westdeutschland, die sie dringend für ihre...