Der Kritiker als Regisseur
Long time ago. Es gab sie mal, die Zeiten, in denen Kritiker die heiligen Theaterhallen (in denen sogar im Parkett noch kräftig geraucht wurde) mit dem Gestus von Fürsten betraten, ihre Garderobe gleich am Eingang abgenommen bekamen, ihre Texte gut alkoho -lisiert Sekretär:innen in die Schreibmaschinentasten diktierten und mehr als auskömmlich von ihrer Arbeit leben konnten – men (es waren meist ausschließlich Männer) of power and influence, umschmeichelt, gefürchtet und gehasst.
Anand Tuckers in opulente Goldtöne getauchter Kostüm-Thriller «The Critic» führt in jene Goldenen Zeiten zurück, ins London von 1934, in ein Land im Umbruch. Die Wirtschaft kränkelt, rechte Bewegungen erstarken; der Verleger der Zeitung, für die James Erskine seit Jahrzehnten als gefeierter und gefürchteter Kritiker seine gnadenlosen Verrisse publizierte, ist gestorben. Sein Sohn, Viscount David Brooke (Mark Strong), hat die Zeitung übernommen und will ihr ein freundlicheres, konservativeres Gesicht geben.
Erskine (der britische Theaterstar Ian Mc -Kellen), der seinen extravaganten Lebensstil mit seinem deutlich jüngeren schwarzen Sekretär und Lebensgefährten Tom (Alfred Enoch) in Gefahr sieht, will ...
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Theater heute März 2025
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt
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Theater heute Nino Haratischwili, Sie haben eine große Solidaritätsaktion mit den Demonstrierenden in Georgien ins Leben gerufen, Gratulation! Etwa zwei Dutzend große deutsche Theater haben sich beteiligt und aus «Sacred Monsters» gelesen, gewidmet der Unterstützung der regimekritischen Demonstrationen für Menschenrechte, Demokratie und Freiheit, die von der...
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