Der Herr über Raum und Zeit
William von Baskerville, der scharfsinnige Mönch aus «Der Name der Rose», würde sich an diesem Ort wohl fühlen. Ein Bücherturm von sechs Metern Höhe mit einer Fensterfront, die denjenigen, der vor ihr steht, ins Freie, Offene fallen zu lassen scheint. Stühle, Arbeitsfläche, ein kleiner Tisch, auf dem drei Bände zum «Minotaure» liegen. Mit dem Franziskaner und dessen Erfinder Umberto Eco hätte sich Schütz vermutlich bestens vertragen, weil das Weltliche und Sinnliche, weil Geist, Bild, Buchstabe und die Semiotik ihre gemeinsame Lebenslust war bzw. ist.
250! 250 Bühnenbilder hat Johannes Schütz bis 2016 entworfen. Seither sind noch ein paar dazu gekommen. Fortsetzung folgt: demnächst etwa für den «Lear» von Karin Beier am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. «Es ist nur eine Ordnungsziffer und zunächst unspezifisch. Außerdem ist es gut, wenn der Grundumsatz etwas höher liegt», sagt Schütz in seiner Berliner Bibliothek, die einige hundert Meter vom Wohnhaus entfernt liegt.
Schütz, 1950 in Frankfurt am Main geboren, hat – obgleich nicht ohne Volumen – etwas Zierliches im Auftreten. Leise, aber bestimmt, ein wenig versonnen, förmlich leger, vermutlich nicht nur im Sprachlichen ein ...
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Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Akteure, Seite 30
von Andreas Wilink
Aalen, Theater der Stadt
6. Dyrek, Venedig im Schnee
R. Tina Brüggemann
7. Stori, Die große Erzählung
R. Winfried Tobias
Altenburg/Gera, TPT
13. Gieselmann, Herr Kolpert
R. Philipp Kugler
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7. nach Balling und Bahs, Die Olsenbande II – Der große Theatercoup
R. Urs Alexander Schleiff
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26. Tatort Augsburg, Folge 4:...
Könnte es sein, dass zu #MeToo so langsam alles Wesentliche gesagt ist? Nur noch nicht von allen? Das Maxim Gorki Theater geht die Frage zum Saisonbeginn systematisch an. Im Vorprogramm zur neuen Yael-Ronen-Produktion «Yes but No» läuft im kleinen Studio eine Stückeigenentwicklung von Suna Gürler und Lucien Haug zum Thema Adam, die männliche Hauptfigur, unter einem...
Neue Stücke
Die Alt- und Neumeister der Überschreibungsdramaturgie schreiten zu neuen Taten: Im Berliner Ensemble sampelt Simon Stone Motive aus Aristophanes’ «Lysistrata», Euripides’ «Die Troerinnen» und «Die Bacchen» zu einer hyperheutigen Geschichte des weiblichen Widerstands mit dem lapidaren Titel «Eine griechische Trilogie», die der Autor mit genderflexibler...
