Der Hauptgang fehlt noch

Christian Tombeil startet seine Intendanz am Schauspiel Essen unter schwierigen Bedingungen

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Gedankenverloren schaut der Mann in die Ferne. In seiner Nase steckt der vordere Teil einer Möhre, der Rest ragt aus dem Ohr. Ein anderer trägt eine Spaghettifrisur, eine Brillenträgerin hat Tomaten auf den Augen, den Hals einer jungen Dame kleidet ein Kollier aus rohem Fleisch. Die Bilder der nur mit Nahrungsmitteln bekleideten Schauspieler (auf anderen halten sie uns leere Teller entgegen) schmücken großformatig das Grillo-Theater in Essen. Kommentiert werden sie mit den Worten: «Mit Essen spielt man nicht» und dem Nachtrag «Für Essen schon».



Die Spielzeit des neuen Intendanten Christian Tombeil beginnt mit einem Kalauer, der provozierend in Szene gesetzt wird. Weniger provokativ, vielmehr ziemlich zahm klingt, was Tombeil im Spielzeitheft ankündigt: «nicht jede Idee schon im Keim durch die Angst vor möglichen finanziellen Auswirkungen zu ersticken». Die bösen Zungen, die vermuten, er sei deshalb zum Intendanten ernannt worden, weil er sich mit den drastischen finanziellen Kürzungen, die die Stadt dem Schauspiel auferlegt hat, allzu leicht arrangiert habe, wird er damit kaum besänftigen.


    Essener Sparzwang

Doch Tombeil tritt in vielerlei Hinsicht kein leichtes Erbe an: Sein ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Start, Seite 34
von Natalie Bloch

Vergriffen
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