Das Theater bin ich
Achtung, das war gerade ein echter Theaterskandal. Tage-, nein wochenlange Aufregung, jeden Morgen neue Aufmacher und Kommentare, Reden und Gegenreden in den Feuilletons, plötzlich hatte jeder wieder eine Meinung. Und die Folgen sind noch gar nicht absehbar. Möglicherweise steht das gesamte deutschsprachige Regietheater zur Disposition. Sogar die «Bild»-Zeitung war engagiert dabei, obwohl sie sonst mit ihrer Theaterberichterstattung nicht gerade übertreibt: «Pickel im Kopf» der Regisseure befand Kolumnist F.J. Wagner.
Man wurde sogar von Freunden und Bekannten wieder auf den eigenen Beruf angesprochen: Sind Sie nicht auch Theaterkritiker, worum geht es da eigentlich?
Die Vorfälle am Abend des 16. Februar in der Schmidtstraße 12, einer Spielstätte des Schauspiel Frankfurt, dürfen inzwischen nach zahlreichen Interviews und Recherchen (siehe auch die Dokumentation auf den folgenden Seiten) als weitgehend aufgeklärt gelten. Dem Kritiker der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung», Gerhard Stadelmaier, der die Premiere von Ionescos «Das große Massakerspiel» in einer Inszenierung von Sebastian Hartmann besuchte, wurde nach einigem Hin und Her der Spiralblock entrissen, ein Bühnenrequisit ...
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Die Besetzung, was die Rollen der Kommunisten angeht», darauf insistierte Müller, sie sei «so jung wie möglich». Begründung: «Sie haben mehr vor als hinter sich.» Als Ruth Berghaus 1973 die Uraufführung des Stückes gegen das penetrante Misstrauen der Kultur-Schickeria durchsetzte, konnte der Vorschlag noch als Vertrauensvorschuss in ein längst morbides...
So richtig politisch korrekt sieht diese Freitag-Skulptur ja nicht gerade aus. Der aus dem Jugendbuchklassiker «Robinson Crusoe» bekannte Ex-Kannibale, dem der Bühnenbildner Marc Warning auf der Bühne der Münchner Kammerspiele ein raumfüllendes Denkmal setzt, ist dem einsamen Urvieh King Kong wie aus dem Gesicht geschnitten: dieselben traurigen Hängeschultern,...
Winterlager 1634, inmitten des Dreißigjährigen Krieges. Wallenstein, des Kaisers oberster General, lässt sein Heer rasten, anstatt dem schwedischen Feind nachzusetzen.
Am Hof zu Wien wächst das Misstrauen gegen ihn. Vier Jahre zuvor, auf der Höhe seiner Macht, hatte der Kaiser Wallenstein seine Gunst entzogen, ihn aber später notgedrungen reaktiviert. Seither ist...
