Der digitale Zauberlehrling
Mit dem Spruch hat er sich Feinde gemacht. Als Kay Voges bei der Konferenz «Theater und Netz» vom «24-Stunden-Job» Kunst und den erforderlichen «100 Prozent Leidenschaft» für Theater sprach, stellt er sich außerhalb eines Diskurses, in dem es momentan um die Abschaffung von Hierarchien, Allmacht und Aufopferungsbereitschaft geht – und die Verwirklichung von mehr Familien-, Frauen- und Sozialverträglichkeit. Für Voges ist das kein Widerspruch: «Wer meint, den Schauspielerberuf ablegen zu können, wenn er das Theater verlässt, hat ihn nicht verstanden.
Ich glaube an Kunst im Sinne von Heiner Müller: Alles ist Material. Meine Träume, die Tagesschau, die Gespräche mit den Kindern oder in der Kneipe.»
Deshalb interessiert ihn auch die Debatte um Diversität im Ensemble nicht, Voges geht es mehr um Künstlerpersönlichkeiten als um Quoten der Hautfarbe, Geschlechts- oder Religionszugehörigkeit: «Wir führen sehr ausführliche Gespräche mit den Leuten, die zu uns kommen: Wer sind sie, was treibt sie um, wie bereichern sie uns?» Er glaubt nicht, dass ein Stadttheaterensemble die Gesellschaft repräsentieren muss, sondern sucht nach Leuten mit besonderen Begabungen, um im Kollektiv zu arbeiten, ...
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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Akteure, Seite 34
von Dorothea Marcus
Wehmütig flockt eine Melodie durch den verlassenen Raum. Sehr lang sei es her, verkündet der Refrain, «it is a very long time, a very long time ago». Was lange her ist, verkündet er nicht. Das müssen der stille Ort und seine merkwürdigen Menschen, die nach und nach und mit Teetassen bewaffnet auf die Bühne tröpfeln, schon selber erzählen.
Schau- und Werkplatz...
Büchner, der Aktivist, Büchner, der Historiker, Büchner, der Dramatiker – kaum ein Werk ist so oft und gerne Anlass für Befragungen und künstlerische Untersuchungen wie das des jung gestorbenen Riedstädters. Aus Anlass des 200. Jahrestags der Hinrichtung des realen Johann Christoph Woyzecks auf dem Leipziger Markt veranstaltete die dort beheimatete Schaubühne...
Direkter Blick, klare Worte, großer Ernst: Wenn die Wienerin Franziska Hackl Frauenfiguren von Strindberg, Tschechow oder Büchner spielt, geht es ihr ums Ganze: ein Porträt 2013 startete Armin Petras’ Schauspielintendanz in Stuttgart. Nach furiosem Start und einer Vertragsverlängerung bis 2021 kündigte er 2016 aus privaten Gründen zum Sommer ’18: eine Bilanz.
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