Der Depp aus der Abteilungsmitte

Deutsche Comedy, die funktioniert: Christoph Maria Herbst als Chef «Stromberg»

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Stromberg? Ein Arschloch natürlich. Aber trotzdem ein Chef, dem man am Ende nie etwas übel nehmen kann. Einer, der sich dauernd daneben benimmt, der taktiert, wo er sich menschlich öffnen sollte, und menschliche Offenheit spielt, wo Taktik angesagt wäre. Ein Tollpatsch. Es mangelt an emotionaler Intelligenz. Der Ehrgeiz braust, doch letztlich ist das Herz zu eng und klein, der Kopf zu leer. 

Stromberg, das steht für Mittel-maß im mittleren Management und die Mühen der Ebenen.

Der Mann ist Abteilungsleiter Sachbearbeitung M-Z bei der Capitol-Versicherungs-AG und Held eines neuen Fernsehgenres: der fiktiven Reality-Soap als Comedy-Format. «Stromberg», Pro7, montags, 21 Uhr 50. Beim NDR gibt es übrigens einen Tatort-Kommissar namens Castorff, was trotz Schreibfehler den ungeheuren Einfluss beweist, den Theater heute auf das Fernsehen hat.

Stromberg (Glatze, Klobrillenbart, unangemessen diabolisches Grinsen) muss zum Beispiel die Abteilungsmutti Frau Burstedt wegen Toner-Diebstahls entlassen («Na ja, den hab ich mitgenommen, weil meine Tochter den brauchte»), verliert dadurch aber einen wichtigen Kunden, der nur ihr vertraut, muss also seiner Chefin ein Märchen vom Brustkrebs ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 70
von Robin Detje

Vergriffen
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