Den Mund verbieten

Oscar Wilde «Bunbury»

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Die Herren nehmen an der Rampe Aufstellung und machen Front: gegen die Konvention der Konversations-Komödie bis zur vollständigen Niederlage kommunikativen Handelns. Der Erlösung, die in Oscar Wildes «Bunbury» aus Jack Worthing doch noch einen Ernst macht und ihn – demaskiert – der Ehe zuführt, verbietet Thirza Bruncken gewissermaßen den Mund. Die Darsteller drücken die Hände vors Gesicht und bringen in dieser Selbstknebelung nur stammelnd Gepresstes hervor. Der Text erscheint oberhalb des Portals auf einem Laufband und trennt somit Sprecher und Sprache.

Letzter Akt der vollständigen Auflösung von Verstehen, Verständigung und Verstand. Die verbindliche Übereinkunft, sich miteinander sinnvoll auszutauschen, und sei es in Floskeln und der Form halber – den Common Sense vertritt snobistisch Lady Bracknell (Eva Spott) –, gerät am Gemeinschaftstheater Krefeld/Mönchengladbach außer Facon.

Es beginnt damit, dass die Identität von Jack (Cornelius Gebert) und seinem Freund Algernon (Paul Steinbach) um ihr Exklusivrecht gebracht wird. Sie haben sich um zwei weitere Anzugträger verdoppelt – gleich gekleidet in Schwarz, mit Melone und roter Krawatte – und damit entseelt, verdinglicht und ...

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Theater heute August/September 2012
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Andreas Wilink

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