Dass es so weitergeht
Die Ausgangssituation des Stückes «Tod und Auferstehung der Welt meiner Eltern in mir» von Nis-Momme Stockmann wird vom Autor charakterisiert durch eine Farbe, die eigentlich eine Nicht-Farbe ist: grau. Grau wie ein Gesicht, aus dem die Farben schwinden, grau wie die graue Maus, die ein Sinnbild für die Unscheinbarkeit ist, oder wie die graue Eminenz, der etwas Unheimliches anhaftet, weil sie daran erinnert, dass das Grau und das Grauen eng verwandt sind.
Eine auf den ersten Blick gänzlich undramatische Farbe, die vor allem dann gefährlich wirkt, wenn in ihr die Drohung entindividualisierender Auflösung in Massenkörpern Gestalt gewinnt. Selbst Kinder können so das Heer der grauen Männer in «Momo» und die mit ihnen verbundene Gefahr intuitiv verstehen.
Aus dem allgemeinen Grau in Grau des Anfangstableaus löst sich in diesem Stück «ein kleiner sich bewegender Fleck von dunklerem Grau: Ein Mann». So tritt eine Person ins Bild, die in diesem Moment, da wir noch nichts von ihr wissen, als ein grauer Fleck in einer grauen Umgebung zwischen Unscheinbarkeit und Unheimlichkeit oszilliert. Dass wir uns nach solcher Ouvertüre von diesem Held nicht abwenden, sondern im Gegenteil sehr schnell ...
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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 196
von Josef Mackert
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