Das Theater der Leinwand

Eine Ausstellung im Angermuseum würdigt das Werk des Malers Alexander Camaro. Herzstück der Ausstellung ist sein Zyklus «Das hölzerne Theater» von 1946

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Alexander Camaro war vieles in seinem Leben: ein Liebhaber des Varieté, Bühnentänzer und Maler. Als letzterer wurde er bekannt, übernahm Anfang der 1950er Jahre eine Professur an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin und war mit seinen Werken auf den ersten beiden documenta-Ausstellungen vertreten. Schaut man jedoch in sein Werk, wie die Ausstellung «Die Welt des Scheins» es tut, die noch bis zum 18. Juni im Angermuseum in Erfurt zu sehen ist und vorher bereits im Kunstforum Hermann Stenner in Bielefeld zu sehen war, so fallen vor allem seine Bezüge zur Bühnenkunst ins Auge.

 

Das gilt vor allem für die früheren Werken, wo weniger die hohe Bühnenkunst, sondern Varieté, Zirkus und Jahrmarktschaubuden im Fokus stehen. Etwa in seiner schwarz-weißen Tuschzeichnung «Thespiskarren», die in dünner Federführung mit schnellen Strich die Rückseite eines Pferdewagens zeigt, in dem ein Harlekin und eine Ballerina sitzen. Harlekin und Tänzerin tauchen so manches Mal auf. Besonders prägnant ist das 1956 entstandene Ölgemälde «Großer Harlekin», eine an den Kubismus angelehnte Dekonstruktion des Harlekinmotivs mit seinem charakteristischen Rautenkostüm. Auf dunkel-grauem Grund entfaltet ...

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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Magazin, Seite 85
von Torben Ibs

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