Das System lernt mit
Halten Sie auch die Finanzkrise für eine ganz schlimme Sache? Banken böse? Boni Teufelszeug? Und Hedgefonds für den Untergang des Abendlands? Dann sind Sie hier richtig!
In Basel, das zwar in Sachen Bankerdichte nicht mit Zürich konkurrieren kann und schon gar nicht mit Genf, das aber trotzdem alles andere als arm ist, hat sich Volker Lösch für Robert Harris’ Roman «Angst» entschieden.
Der Superheld in diesem Thriller ist nicht der Detektiv – ein liebenswert rustikaler Cop kurz vor der Pensionierung – und auch nicht die Hauptfigur, ein psychisch labiler ehemaliger Spitzenmathematiker vom Kernforschungszentrum CERN, der sich von der Teilchenphysik verabschiedet und lieber einen Hedgefonds gegründet hat. Sondern dessen diabolische Kreation, ein «selbstlernender Algorithmus», der die Aktienmärkte vorhersehen kann und märchenhafte Gewinne abwirft. Die eigentliche Kristallkugel der Rechenmaschine ist die Höhe der Angst, die gerade im Markt herrscht, denn je ängstlicher Menschen werden, desto vorhersehbarer reagieren sie, wie schon Darwin herausgefunden hatte.
Harris’ letzte Volte, die seine Story allerdings von der Fiction in die Fantasy verschiebt, ist dann die Emanzipation der ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Franz Wille
stell dir vor wenn dies
eines Tages dies
eines schönen Tages
stell dir vor
wenn eines Tages
eines schönen Tages dies
aufhörte
stell dir vor
fordert Samuel Beckett in einem Gedicht, und Peter Fitz rezitierte vor einiger Zeit dieses Gedicht in Weimar beim Kunstfest zusammen mit anderen Beckett-Gedichten, die alle wie letzte Worte klingen und deren hintergründiger Humor doch...
Bei allen Krisen, die das Hamburger Schauspielhaus regelmäßig (und derzeit besonders intensiv) durchmachen muss, kann man sich doch auf eines verlassen: Egal, wie schlimm es zugeht, die Verschränkung des größten deutschen Sprechtheaters mit dem hanseatischen Popkultur-Untergrund funktioniert zuverlässig. Entsprechend scheint die Dramatisierung von Tino Hanekamps...
Die Theaterkarriere des Peter Handke begann mit einem Coup. Gleich das Debütstück des 23-jährigen Autors, «Publikumsbeschimpfung», schrieb Theatergeschichte. Als es im Juni 1966 im Theater am Turm uraufgeführt wurde, war Handke noch ziemlich unbekannt; sein erster Roman («Die Hornissen») war noch gar nicht erschienen. Kurz vor der Premiere hatte er auf einer Tagung...
