Das Steampunkdisneyland an der Ruhr
In den drei Jahren seiner Intendanz hat Heiner Goebbels zwar auch vieles bei der RuhrTriennale zugelassen, ja gefördert, das nicht direkt in die Kategorie «Musiktheater» gehört; aber die große Konstante seiner Ära sind Versuche, auf der kleinsten und alternativsten wie der größten und aufwändigsten Ebene Musiktheater für die Gegenwart zu fassen.
Jedes Mal stand ein rar gewordener, schwer aufführbarer, aber doch schon semiklassischer Tanker im Mittelpunkt (John Cages «Europeras», Harry Partchs «Delusion of the Fury» und in diesem Jahr «De Materie» von Louis Andriessen), denen gemeinsam ist, dass sie seinerzeit künftigen Generationen Hausaufgaben aufgegeben haben, deren Bewältigung diese immer noch nicht in Angriff genommen haben. Darum herum kommen aus den Bereichen Tanz, Pop-Musik und Bildende Kunst Entwürfe zum Tragen, die wie etwa dieses Jahr Matthew Barneys sechsstündiger Körperflüssigkeiten-Autoindustrie-Performance-Monumentalfilm «River of Fundament» schon aus technischen Gründen Ausnahmestatus haben. Dieser Ausnahmestatus korrespondiert mit den notorisch nicht standardisierbaren Spielstätten, den musealisierten und aufwändig hergerichteten gewaltigen Zechen, Maschinenhallen ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 6
von Diederich Diedrichsen
ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE
Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...
Man muss sich den Kollegen A als wirklich streberhaften Musterbürger vorstellen: geschätzte dreißig, Druckereiangesteller, Vater einer kleinen Tochter in eheähnlicher Lebensgemeinschaft, gediegen linksliberal. Und weil sich A (Sascha Göpel) selbstredend als solidarischer Zeitgenosse versteht, springt er kurzfristig für einen verhinderten Kumpel an der Kasse eines...
Und es hat doch stattgefunden. Zwar mit Einschränkungen: Die Eröffnungspremieren mussten um einen Tag verschoben werden, an einzelnen Tagen gab es Streiks. Aber das Festival d’Avignon fiel nicht aus wie 2003 oder dieses Jahr kurz zuvor die Festivals von Uzès und Montpellier. Die Folgen wären zu massiv gewesen: ungedeckte Kosten, fehlende Engagements und...
