Das Steampunkdisneyland an der Ruhr
In den drei Jahren seiner Intendanz hat Heiner Goebbels zwar auch vieles bei der RuhrTriennale zugelassen, ja gefördert, das nicht direkt in die Kategorie «Musiktheater» gehört; aber die große Konstante seiner Ära sind Versuche, auf der kleinsten und alternativsten wie der größten und aufwändigsten Ebene Musiktheater für die Gegenwart zu fassen.
Jedes Mal stand ein rar gewordener, schwer aufführbarer, aber doch schon semiklassischer Tanker im Mittelpunkt (John Cages «Europeras», Harry Partchs «Delusion of the Fury» und in diesem Jahr «De Materie» von Louis Andriessen), denen gemeinsam ist, dass sie seinerzeit künftigen Generationen Hausaufgaben aufgegeben haben, deren Bewältigung diese immer noch nicht in Angriff genommen haben. Darum herum kommen aus den Bereichen Tanz, Pop-Musik und Bildende Kunst Entwürfe zum Tragen, die wie etwa dieses Jahr Matthew Barneys sechsstündiger Körperflüssigkeiten-Autoindustrie-Performance-Monumentalfilm «River of Fundament» schon aus technischen Gründen Ausnahmestatus haben. Dieser Ausnahmestatus korrespondiert mit den notorisch nicht standardisierbaren Spielstätten, den musealisierten und aufwändig hergerichteten gewaltigen Zechen, Maschinenhallen ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 6
von Diederich Diedrichsen
Bei der Filmpremiere in Toronto, so war zu lesen, wurde gelacht, als ganz am Ende von «Phönix», Christian Petzolds riskantem Film über das, was nach Auschwitz war, die eintätowierte Häftlingsnummer auf Nellys Arm freiliegt: der Augenblick der Blamage, in der ihr Mann, der sie verriet, endlich erkennen muss, wer vor ihm steht. Eine angemessene Reaktion im...
ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE
Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...
6./Montag
20.15, arte: Die Wand Spielfilm (2011) von Julian Roman Pölsler nach Marlen Haushofer, mit Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer u.a.
(vgl. TH 4/2012)
21.55, arte: Faust russischer Fernsehfilm (2011) von Alexander Sokurow nach
Goethe, mit Johannes Zeiler, Anton Adassinski, Isolda Dychauk, Hanna Schygulla, Florian...
