Das Phantom der Freiheit
Das ist kein Hörspiel», raunte die Stimme. «Das ist die Wahrheit!» In diesem Moment ahnte man es bereits: In der kurzen Pause, die entstand, während das Tonband weiterleierte, einem fahrigen, immer wieder vom Knacken der Stopp- und der Aufnahmetaste unterbrochenen Selbstgespräch entgegen, nahm ein Phantom Gestalt und Namen an, das der Wettbewerb sich hätte erfinden müssen, wenn – ja, wenn im November 2001 nicht Andreas Jacke aufgetaucht wäre, dessen in simpler Stop-and-go-Dramaturgie auf eine Kassette gesprochener Stegreifmonolog «Lonely» so nervtötend wie faszinierend war.
Jackes klingendes Tagebuch kam nicht gewollt und nicht gekonnt daher und verebbte immer wieder in resignierten Seufzern, weil es nichts mehr zu sagen gab. So wurde das Zuhören zur Strapaze, wegzuhören aber war kaum möglich, denn bei diesem Stück konnte niemand wissen, was als nächstes geschehen würde.
Dreimal ist Andreas Jacke seither in die Endrunde des PLOPP!-Wettbewerbs für freie Hörspielmacher gelangt, den die Berliner Akademie der Künste zusammen mit dem Hörverlag alljährlich ausschreibt. Dreimal ließ das Publikum ihn bei der Abstimmung durchfallen. Kaum einer der Juroren aber, welche die Vorauswahl für den ...
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Liebe? Doch wohl eher ein Großmeisterturnier in Wortverdreherei. Wer «Was ihr wollt» in Thomas Braschs Shakespeare-Übersetzung 20 Jahre später wiederliest, findet ein Blitzschach von Sprachzügen, in dem sich qualmende Hirne mit halsbrecherischen Eröffnungen gegenseitig aufs Kreuz legen, einander mitleidlose Matt-Schlachten und Stellungskriege liefern, bis die...
Mit dem Gerät zerkleinert der Jäger und Sammler zumeist Hühnchen. Der Kiefer ist schwach, das Handwerkzeug aber willig. Nun ist es allerdings nicht so, dass der Held in Fausto Paradivinos Erstling aus dem Jahr 1997 Kannibalisches im Sinn hat, wenn er gleich zu Beginn sagt, er werde die Leiche wohl mit einer Geflügelschere zerkleinern, dann eine Hälfte einfrieren...
Wenn Kalle auftritt, hat die Regie sein Schicksal schon besiegelt: Sein Kopf ist nur noch ein geschwollenes, verbeultes Etwas aus Blut, Wunden und allem, was nach zahllosen Tritten und Schlägen noch übrig bleibt. Mit dem maskenbildnerischen Meisterwerk (Andreas Müller/Franziska Becker) wäre die Geschichte allerdings auch schon zu Ende
erzählt. Ein gutsituierter...
