Das letzte Fensterl
Stephen Parker, der englische Literaturkritiker und kürzlich emeritierte Germanist an der Cardiff University, Verfasser einer kompetenten und gut lesbaren, 2018 auch in deutscher Übersetzung erschienenen Brecht-Biografie, hat jetzt im Wallstein Verlag das auf Französisch in Kalifornien verfasste so genannte «Journal amoureux» von Friedrich Wilhelm Wedekind herausgegeben. Frank Wedekind nahm es nach dem Tod seines Vaters 1888 an sich und ließ es abtippen, korrigierte das Typoskript sorgfältig und benutzte es ausgiebig bei der Niederschrift seiner Lulu-Dramen.
Kurz vor seinem Tod 1918 übersetzte er dieses «Kalifornische Tagebuch» ins Deutsche, Julius Schaumberger half ihm dabei. Die geplante Publikation sollte die ihren Kindern zugedachten retrospektiven, die komplexe Wahrheit unterdrückenden Jugenderinnerungen Emilie Wedekinds ergänzen.
Die Erstveröffentlichung von «Die Wedekinds in Amerika» enthält die von Frank Wedekind redigierte Typoskript-Fassung des «Kalifornischen Tagebuchs» in französischer Sprache und seine Übersetzung aus dem Jahr 1918, versehen mit erläuternden Anmerkungen Parkers. Dass die Lebensgeschichte der Eltern Frank Wedekinds in Kalifornien, deren voreheliche ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Bücher, Seite 36
von Klaus Völker
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