Das Land schaut weg
Das Theater Lüneburg ist ein typisches Dreispartenhaus. Schauspiel, Musiktheater, Ballett, drei Spielstätten, von denen das Große Haus, ein einer Mehrzweckhalle ähnlicher Zweckbau, 542 Zuschauer:innen fasst. Seit 2010 macht Intendant Hajo Fouquet hier ein Programm, das möglichst viele Teile der 75.000-Einwohner-Stadt ansprechen soll. Diese Saison sind unter anderem der Rio-Reiser-Liederabend «Wenn die Nacht am tiefsten», die Krimi-Komödie «Der Mönch mit der Klatsche» und eine «Dreigroschenoper» angesetzt.
Die angepeilten Zielgruppen sind heterogen: Nennenswerte Großindustrie gibt es keine in der Stadt, der Strickwarenhersteller Lucia, ehemals größter örtlicher Arbeitgeber, ging 2008 insolvent. Wichtig ist die Verwaltung von Stadt und Landkreis, es existieren Gesundheitswirtschaft und eine kleine Universität mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung, außerdem ist der Tourismus bedeutsam, den die pittoreske Altstadt sowie die Lüneburger Heide anlocken. Im Stadtrat sind die Grünen die mit deutlichem Abstand stärkste Fraktion und stellen mit Claudia Kalisch die Oberbürgermeisterin, während das ländlich geprägte Umland deutlich konserva -tiver tickt. Fouquet muss also ...
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Theater heute Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Falk Schreiber
AALEN, THEATER
28. Zeh, Corpus delicti
R. Tina Brüggemann
ANNABERG-BUCHHOLZ, EDUARD-VON-WINTERSTEIN-THEATER
4. Schiller, Kabale und Liebe
R. Jan Holtappels
ANSBACH, THEATER
11. Brecht und Weill, Die Dreigroschenoper
R. Axel Krauße
BADEN-BADEN, THEATER
10. Kafka, Der Verschollene
R. Birga Ipsen
17. Hierzegger, Die Notlüge
R. Jenke Nordalm
BAUTZEN,...
Nein, bitte keine Hommage! Die hätte er sich bitterlich verbeten. Wenn schon, dann eine demütige Demontage, mit Wiedergebrauchsanleitung womöglich ... Ein durchaus ambivalentes Verhältnis unterhalten die Münchner zum seinerzeit frenetisch gefeierten und zu Lebzeiten auch wieder vergessenen Sohn ihrer Stadt Karl Valentin, dem Größen wie Brecht und Beckett ihre...
Wer spricht hier eigentlich? Schauspielerin Anna Rieser sitzt auf der riesigen Bühne des Wiener Volkstheaters etwas verloren auf einem Baugerüst (Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch); sie möchte mit uns Kontakt aufnehmen. Doch ihr Mikrofon gibt nur wummernde, monströse, nichtmenschliche Laute von sich. Was sie auch sagt, nichts erreicht uns, sie sendet auf...
