Das künstlerische Forschen
Zwei Performer an einem Tisch. Sie machen uns nichts vor. Ihre Rolle auf der Bühne beschränkt sich auf die von Technikern: Sie befestigen an quer durch den Raum verlaufenden Schnüren Tafeln, auf denen in fotorealistischem Stil gehaltene Bildausschnitte zu sehen sind, die sich ganz allmählich zu einem Vorhang zusammenfügen, zu einem Mosaik aus Momentaufnahmen. Die Bildmotive greifen die Erinnerungsfetzen auf, die wir gerade schon in einem Hörstück aus dem Off vernommen haben, die Erzählung einer alten Frau. Doch die Bilder wirken nicht wie Illustrationen des Gehörten.
Eher erscheinen sie wie die zweite Vorstellung eines verlorenen «Urtextes», die zweite Annäherung an ein schwarzes Loch. Mit Bildern und Worten, so der Eindruck, wird hier darum gerungen, etwas dem Vergessen zu entreißen, dem unwiederbringlichen Verlust.
«Ephemeres. Vom Verschwinden der Dinge», so der Titel dieser Performance, erzählt auf drei verschiedenen Ebenen von einem Prozess der Auflösung. Da ist zunächst einmal die Erzählung der alten Frau aus ihrem Leben. Einzelheiten, die sie zu erinnern versucht, verstreute Momente eines langen Lebens: vom Hunger, vom Aufbau eines Druckereibetriebs in der Nachkriegszeit, von ...
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Theater heute Juli 2013
Rubrik: Theorie, Seite 36
von Nikolaus Müller-Schöll
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3. Stückentwicklung, From there to (no)where. Theaterprojekt mit Flüchtlingen
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21. Lindgren, Pippi Langstrumpf
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