«Corinna ist ziemlich schonungslos»
Corinna Harfouch ist skeptisch. Es sei schon so viel über sie geschrieben worden, sagt sie am Telefon, als wir uns zum Interview verabreden wollen. Und sie langweile sich immer über sich selbst, wenn sie alles wieder und wieder erzähle. Es klingt weder zickig noch kokett: Sondern nach einem reflektierten, nachdenklichen Menschen, der schlichtweg keine Lust auf Anekdotenschauläufe hat und wirklich ernsthaft zweifelt, ob er sich – und dem potenziellen Gesprächspartner – seinen Zweifel zumuten möchte.
«Ich habe das einfach noch nicht gelernt und werde es wahrscheinlich niemals lernen», erklärt sie später beim Treffen, «Interviews als Interviews zu betrachten.» Eher komme man bei solchen Terminen ja miteinander ins Gespräch. Wenn es schlecht läuft, «fühlt man sich hinterher – und das ist ein ungeheuer deprimierendes Gefühl – wie ein ausgegossener Krug». Im Rahmen ihrer Filmarbeit, wo Interviewtermine vertraglich festgeschrieben sind, hat sie sich das Recht erkämpft, weder in Talkshows sitzen noch für die Yellow Press zur Verfügung stehen zu müssen. «Mich würde das einfach ernsthaft verletzen, in deren Sprache etwas über mich zu lesen.»
Sprache ist ein zentraler Punkt, wenn Corinna ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein erstes Engagement an einem kleinen Haus mit wenig Geld kann für junge spielhungrige Schauspieler durchaus ein Glücksfall sein, vor allem, wenn es wie das Münchner Volkstheater im Einzugsbereich einer großstädtischen Presselandschaft liegt. Hier müssen Berufsanfänger sich nicht jahrelang durch Trash-Projekte der Dramaturgie kämpfen, hier wird gleich «groß»...
Ist ins Mainzer Staatstheater die Berliner Schaubühne eingezogen? Das blendend weiße Designer-Wohnzimmer mit Essecke, Couch und riesigem Flachbildschirm könnte gut und gerne Jan Pappelbaum für Thomas Ostermeiers nächsten Ibsen aufstellen. Hier aber hat Susanne Maier-Staufen die Leisten verlegt, und Matthias Fontheim, der Hausherr, inszeniert selbst. Er hat sich...
Wie jede gute Serie funktioniert auch René Polleschs Diskurstheater-Endlos-Soap nach strengen Regeln. Anstelle eines Plots gibt es eine These, die der Autor/Regisseur aus Schriften seiner aktuellen Lieblingstheoretiker ableitet. Und das triviale Setting, in dem diese These präsentiert wird, ist bekannt aus Film und Fernsehen.
«Fantasma» heißt die neue Folge. Es ist...
