CD, Buch, DVD tanz 10/26
CD des Monats
MERE MORTALS
Heute denkt man eher an Männer, die Leid über die Menschheit bringen. Anders sahen es die alten Griechen: Antiker Überlieferung zufolge war es Pandora, die ihre Neugier nicht befriedigen konnte, allen Warnungen zum Trotz öffnete sie die Büchse der Götter und ließ damit allem Unheil freien Lauf. Ein nicht unbedingt frauenfreundlicher Mythos, dessen Symbolkraft allerdings gerade Frauen wiederentdeckt haben.
Tamara Rojo gab das abendfüllende Ballett «Mere Mortals» in Auftrag, Aszure Barton choreografierte es: «Ein Hit», wie die New York Times vor zwei Jahren über die Uraufführung in San Francisco konstatierte.
Die Musik dazu stammt von Sam Shepherd, besser bekannt als Floating Points: einem Elektronikpionier, der sich lieber auf Avantgardisten wie Karlheinz Stockhausen beruft als auf Giorgio Moroder, ohne sein Publikum deshalb zu verstören. Die 14 Sätze von «Mere Mortals» klingen entsprechend so, dass sie auch Normalsterbliche in ihren Bann schlagen können: schlagkräftig und untergründig brodelnd, als wollte gleich ein Klangvulkan ausbrechen und die Büchse sprengen. Dabei lässt sich der Synthesizer-Sound manchmal kaum vom Ton des San Francisco Ballet ...
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Tanz Oktober 2026
Rubrik: Medien, Seite 64
von
dana michel «you cannot can»
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