Braunschweig: Modellierte Emotionen

werkgruppe 2 «Fliehen & Forschen» (U)

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Der Professor aus Syrien will nicht in Deutschland begraben werden. Obwohl er seit 30 Jahren in Braunschweig lebt, haben ihm die Behörden nicht erlaubt, seinen Vater zu einem Besuch einzuladen. Jetzt steht der Mann mit dem altmo­dischen Sakko wütend auf einem Steg über der Raumbühne und protestiert «gegen diese Behandlung».
Der Professor ist kein echter Wissenschaftler, sondern wird vom Staatstheater-Schauspieler Mattias Schamberger gespielt.

Denn das Theater-Kollektiv werkgruppe2 verzichtet im Gegensatz zu den großen Kollegen von Rimini Protokoll darauf, Experten des Alltags vor den Zuschau­ern auszustellen.

Monatelang haben die Regisseurin Julia Roe­s­­ler und die Dramaturgin Silke Merzhäuser in Braunschweig mit Migranten gesprochen, mit Wissenschaftlern an der technischen Universität und mit Flüchtlingen aus der größten Anlaufstelle in Niedersachsen. Aus den Interview-Protokollen haben sie diesen Abend gebaut, an dem Schauspieler Menschen spielen, die tatsächlich in der Stadt leben.

Zum Beispiel die junge Syrerin Elisa, die vom Tabuthema Sex in ihrer Heimat erzählt. Bis zur Hochzeit wüssten viele Mädchen nichts über die körperliche Liebe, dann seien sie geschockt. In Braunschweig ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Alexander Kohlmann

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