Blättern statt Klicken

Das «Münchner Feuilleton» straft Zeitungs-Defätisten Lügen und erfreut sich wachsender Beliebtheit

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Sie knistert verheißungsvoll bei jeder Berührung, braucht Raum – mindestens einen Sitzplatz in der U-Bahn, besser noch eine Ecke im Café –, um sich genüsslich aufzublättern und verströmt das unvergleichliche Aroma von frischem Papier, Druckerschwärze und gut gewürzter Geistesnahrung. Bei den Kindern der Post-Gutenberg-Ära könnte eine derartige Beschreibung bald nur noch ahnungsloses Achselzucken auslösen.

Und selbst wenn der immer wieder an die Wand gemalte Niedergang der Printmedien verglichen mit Finanz-, Klima- und anderen Katastrophen eher marginal erscheinen mag und der Ruf nach öffentlich-rechtlichen Rettungsschirmen ebenso aussichtslos wie politisch prekär, bedeutet es doch einen schleichenden Verlust von Lese- und Lebensqualität, der mit dem drohenden Zeitungssterben einhergeht und in erster Linie die Schreiber, in zweiter die Beschriebenen, aber letztlich auch die Leser trifft. (Wohinter, bitteschön, soll man sich als Morgenmuffel am Frühstückstisch sonst verstecken?)

Nahkampf um Flächen

Dabei ist es gar nicht so sehr der Untergang einzelner großer Tanker wie der «Frankfurter Rundschau» oder der «Financial Times Deutschland», sondern vielmehr der kontinuierliche Abbau ...

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Theater heute Mai 2013
Rubrik: Magazin: Theaterkritik, Seite 70
von Silvia Stammen

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