Black Inventions
Es gibt Theaterabende mit besonders sinnfälli -gen Titeln. Dieser, ein Wortspiel der Regisseurin Mable Preach – in Ghana geboren, in Deutschland aufgewachsen – gehört definitiv dazu: «K(no)w Black Heroes». Keine Schwarzen Held: -innen, kenne Schwarze Held:innen. Ja, man sollte Schwarze Held:innen kennen, doch warum kennt man keine? Oder kaum welche? Mal abgesehen von Rosa Parks, Martin Luther King und Muhammad Ali, Denzel Washington, Barack Obama und Amanda Gorman. Eine Handvoll. Ein schlechter Witz.
Das mag sich Mable Preach gedacht haben und hat diese Wissens -lücke – «I blame das Bildungssystem!» – zum Anlass für ihren Theaterabend genommen. Die Uraufführung wird für «Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene» einsortiert, eine ordentliche Prise Jugendtheater spielt an dem Abend tatsächlich mit. Im besten, im energetischen Sinn.
Zu Beginn wird auch ein wenig Handlung behauptet: Denn Akos (Precious Wiesner) hat ein Raumschiff gebaut, mit dem sie die Erde hinter sich lassen und einen anderen Planeten ansteuern will. Für diese Reise, so ergänzt ihre Mitspielerin Essinam (Florence Adjidome), «packen wir unsere Koffer mit allen Black Inventions, Black Inspirations und Musikgenres (…) ...
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Theater heute Mai 2023
Rubrik: Chronik, Seite 74
von Katrin Ullmann
Grundsätzlich hat Caren Jeß nichts gegen Richard Wagner und seinen «Ring des Nibelungen», im Gegenteil: «Sex, Blut und Gewalt, Boys, da bin ich dabei!» Außerdem darf frau heute nicht mehr so zimperlich sein und das Nationalmythen-Ausdeuten männlichen Bayreuther Regietitanen oder Gegenwartsdramatiker-Kollegen wie Necati Öziri, Thomas Köck oder Ferdinand Schmalz...
3./MITTWOCH ab 22.55, arte, Festival de Cannes 2023
Programmschwerpunkt zum Filmfestival mit: «Lügen und Geheimnisse» (1996) von Mike Leigh / «Die Jagd» (2012) von Thomas Vinterberg / «Annette» (2021) von Leos Carax / «Vor dem Morgengrauen» (2008) von Philippe Garrel und Mia Hansen-Løves / «Atlantique» (2019) von Mati Diop / «Der doppelte Alfred» (2020) von (und...
Manchmal schlägt die Aktualität mit Verzögerung zu. Eine Woche nachdem Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura ihr Dokumentarstück «Letzte Station Torgau. Eine kalte Umarmung» im Schauspiel Leipzig zum DDR-Jugendwerkhof Torgau präsentierten, veröffentlichte die Universität Leipzig die groß angelegte «Testimony»-Studie zu den Jugendwerkhöfen und Kinderheimen der DDR....
