«Aushalten, dass man da ist»
Michael Merschmeier Martina Gedeck, wir treffen uns hier in der Halle des Hotels Reichshof neben dem Schauspielhaus um viertel vor acht abends – Sie kommen gerade von der Probe für «Harper Regan» ...
Martina Gedeck ... ja, wir probieren «englisch», das heißt ab morgens um zehn, dann haben wir mittags eine Stunde Pause, und es geht weiter bis um 18.30 Uhr. Keine Abendproben. Das ist zwar eine Mammutanstrengung, aber es ist für mich nicht schlecht, weil die Harper sowieso die ganze Zeit auf der Bühne ist. Also das richtige Training für die Vorstellungen.
Und man kommt gut vorwärts.
MM Was treibt Schauspieler, die ihren großen Erfolg nicht im Theater, sondern im Film und im Fernsehen haben, zurück auf die Bühne?
Gedeck Die Bühne ist einfach der lebendigste Ort für den Schauspieler. Auch der wahre Ort. Ein Ort mit Magie. Ein Ort, dafür gemacht, dass Menschen oben Menschen unten etwas erzählen. Wir behandeln die Lebensthemen, unsere eigenen und die der Zuschauer. Von der Struktur her sind sich die meisten Theater außerdem sehr ähnlich. Man kommt an und fühlt sich beheimatet. In jeder Stadt ist das Theater der Ankerplatz – auch wenn man nicht dort spielt, auch für Filmschauspieler. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Philip Seymour Hoffman ist eine der markantesten Erscheinungen Hollywoods. Mit Bierwampe, Fünfzehn-Tagebart und schnoddriger Nuschelstimme verkörpert er eine fast schon anachronistisch wirkende Schauspielerfigur: den Charakterdarsteller, der sich mit Rollen in Filmen wie «Happiness» oder – oscargekrönt! – «Capote» immer eher für die intellektuelleren Ecken des...
Vielleicht sollten sich Theater, anderen Unternehmen folgend, mal für das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtung interessieren. Zum Beispiel so: «Wir, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Textbearbeiter, verpflichten uns freiwillig, in der Spielzeit 2008/09 probeweise auf allen Authentizitätssprech, insbesondere auf Verwendung von Ausrufen, Wörtern und...
Klaus Dermutz Herr Stein, von Klaus Michael Grübers «Sturm» 1969 in Bremen waren Sie nicht angetan?
Peter Stein Nein, seinen «Sturm» fand ich nicht so toll, ein bisschen fantasievoll, ein bisschen verrückt. Diese Einschätzung kommt natürlich auch daher, dass ich Regisseur bin und vom «Sturm» andere Vorstellungen habe. Auch waren die schauspielerischen Leistungen...
