Auftritt: Linz
Bernd Noack Herr Berg, wer in Linz aus dem Zug steigt, den erschlägt gleich in der Bahnhofsunterführung förmlich ein Plakat: «Kulturhauptstadt des Führers». Wird man auch auf den Bühnen, die im Rahmen des Festivals bespielt werden, Hitler herumwesen sehen müssen, oder wie soll dieses Stück Stadt-Vergangenheit bearbeitet werden?
Airan Berg Zunächst einmal: Es gibt ja nicht nur die Beziehung zwischen Hitler und Linz, auch Adolf Eichmann ist hier aufgewachsen, das darf man nicht vergessen.
Es wird natürlich auch im Theater um dieses Kapitel gehen, wobei wir dabei sehr eng mit den Machern der Ausstellung «Kulturhauptstadt des Führers» zusammenarbeiten. Für mich als jüdischen Theatermacher ist aber der Blickwinkel auf die Geschichte sehr wichtig und wahrscheinlich zunächst ein anderer, als erwartet wird: Mir geht es nicht primär um die Auf- oder Verarbeitung der Vergangenheit, speziell der lokalen. Das wird am deutlichsten wohl mit der Produktion «Purimspiel» von David Maayan und Joshua Sobol, die im März zu sehen sein wird. Ausgehend von dem Purim-Fest, einer Art jüdischem Fasching mit allen anarchischen Begleiterscheinungen, soll hier ein Stück gezeigt werden, das eben mit dem ...
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