Aufführungen

Theater heute - Logo

Erinnert sich noch jemand an den endlosen Strumpf, den Angela Winkler in Peter
Zadeks «Rosmersholm»-Inszenierung für Pastor Voss häkelte? – An der Berliner Volksbühne greift jetzt Annika Kuhl zu den Nadeln, um Peter Lohmeyers Rosmer zu bestricken – Regie führt, nach langer Thea­terabstinenz, Leander Haußmann, und zusammen mit den Wiener Koproduktionen von Marthaler und Castorf klingt dieser Auftakt fast nach Goldenen Zeiten.



Das Maxim Gorki Theater setzt weiter auf epische Breite und taktet mit Falladas «Jeder stirbt für sich allein» (Regie Jorinde Dröse) und Jonathan Littells Täter-Ein-fühlung «Die Wohlgesinnten» (Regie Armin Petras) auf. Yael Ronen und ihr palästinensisch-deutsch-israelisches Ensemble erforschen in «The Day Before the Last Day» an der Schaubühne Glaubens- und Identitätsfragen, Thomas Ostermeier bleibt mit «Maß für Maß» bei Shakespeare, und am Deutschen Theater wird quasi querbesetzt: Michael Thalheimer inszeniert Dea Lohers «Unschuld», Andreas Kriegenburg Elfriede Jelineks «Winterreise». An der Wiener Burg fühlt Alvis Hermanis der österreichischen Seele mit Schnitzlers «Das weite Land» nach. Johan Simons sticht an den Münchner Kammerspielen mit Fellinis «E la nave ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2011
Rubrik: Daten, Seite 80
von

Weitere Beiträge
Der reisende Theaterabend

Leinen los und heiß die Segel; fahr mit uns / Wir werden nicht bestehen, die Welt wird untergehen.» So extemporiert Blumfeld-Mastermind Jochen Distelmeyer nachmittags beim Soundcheck auf der Festivalkonzertbühne im Innenhof des Schauspiels Hannover. Keine zweihundert Meter entfernt auf dem Opernplatz scheint es, als habe seine Vision bereits einen Ankerplatz...

Fremd bin ich

Irgendwas kommt in meinen Stücken immer beredt zum Ausdruck, aber wer beredet da was und wie? In meiner «Winterreise» wird vor dieser Sprechenden hier die Landschaft vorbei­gezogen. Eine spricht im Stillstand. Aufgrund einer Angst-Erkrankung bin ich nicht imstande, diesen Preis, über den ich mich sehr freue, persönlich entgegenzunehmen, und leider – das beschreibe...

Berlin am Meer

Das Schlimmste, was beim Aufenthalt in einem Ferienresort passieren kann, ist Dauerregen. Man sitzt in einem trostlosen Bungalow auf weißen Plastikstühlen. Statt «anspruchs­voller Entspannung in der heißen City», wie im Urlaubskatalog versprochen, fröstelt man beim Blick auf den grauen Plattenbeton der Karl-Marx-Allee, während die Wassermassen an der Fensterscheibe...