Aufführungen
Wir behaupten jetzt einfach mal, dieser März sei nicht nur der Monat der Frauen, sondern auch des Rock’n’Roll. Beweise gefällig? Am Leipziger Centraltheater treten gleich zwei alte Haudegen an: Jürgen Kruse forscht mit «Looking for Easy Rider» nach der bedröhnten Gesellschaft, Michael Schweighöfer, gerade noch in Aki Kaurismäkis «Mann ohne Vergangenheit» auf der Bühne des Deutschen Theaters, inszeniert mit Leipziger Schauspielschülern dessen «I Hired a Contract Killer». Rock’n’Roll ist Ivo van Hoves Visconti-Adaption von «Ludwig II.
» schon als Idee (um in München darauf zu kommen, muss man allerdings Holländer sein). Ob man sich in Sachen Rock’n’Roll auch auf Nicolas Stemann, der in Köln Brecht/Weills «Dreigroschenoper» auf die Bühne stellt, verlassen kann? Und auf Lars-Ole Walburg, der das von Kurt Weill vertonte Georg-Kaiser-Libretto «Der Silbersee» in Hannover herausbringt? Einer geht noch: Am Dresdner Staatsschauspiel bringt nicht mehr Volker Lösch, sondern Bernd Freytag den Bürgerchor mit Jelineks «Kontrakten des Kaufmanns» zum, tja, rocken. Ein paar große Tragödinnen, selbstverständlich von ebensolchen Herren in Szene gesetzt, hat der März aber auch in petto: Zum Beispiel ...
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Theater heute März 2011
Rubrik: Service, Seite 56
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Die Sau mampft. Warum auch nicht? Wenn ein Berliner Volksbühnenintendant schon mal Bauerntheater macht, dann gehört grunznatürlich ein richtiges Schwein auf die Zürcher Schauspielhausbühne. Die Hebamme trägt ja auch einen richtigen Oberlippenbart, und hätte sie nicht diesen schrecklichen Gouvernantenhut umgebunden, man würde sie glatt für den Schauspieler Marc...
Bleiben oder gehen? Im Angesicht der Mauer konnte das eine Frage auf Leben und Tod sein. In Anne Habermehls «Narbengelände» ist es auch eine Generationsfrage: Marie und Marc treibt im Februar 1989 in den Wäldern rund um Gera die vitale Überspanntheit 17-Jähriger, die in jeder Hinsicht von Entgrenzung träumen; Maries Eltern, ein knurriges altes Paar zwischen...
Ausgerechnet der größte Mythos ist die größte Absicherung. Bei Goethe hieß es so: «In Bergesadern, Mauersgründen / ist Gold gemünzt und ungemünzt zu finden ... Das alles liegt im Boden still begraben / Der Boden ist des Kaisers, der soll’s haben.» So führt Mephisto in «Faust II» das Papiergeld ein – als schiere Option auf einen eventuell irgendwann erfolgenden...
