Aufführungen
Wenn die Nächte immer noch lang sind, verlässt man sich im Theater gerne aufs Vertraute. Der Kanon lädt ein, z.B. mit Tschechow, in dessen «Kirschgarten» sich in Köln Karin Henkel begibt, dessen «Möwe» in Dresden Burkhard C. Kosminski fliegen lässt und dessen «Drei Schwestern» in Oberhausen Peter Carp versorgt.
Gern gesehen auch Gerhart Hauptmann, in Berlin etwa, wo der «Ratten»-gestählte Michael Thalheimer im Deutschen Theater «Die Weber» aufmarschieren lässt, oder in Bochum, wo David Bösch eben jene «Ratten» scheucht.
Ibsen punktet am Maxim Gorki Theater Berlin mit «Nora» (Regie Jorinde Dröse) und in Chemnitz mit «Peer Gynt», inszeniert von Claudia Bauer.
In Bremen versucht sich Herbert Fritsch an Hebbels «Nibelungen», in Frankfurt Stephan Kimmig an Schnitzlers «Liebelei» und Andreas Kriegenburg an Goethes «Stella». Jette Steckel schickt am Hamburger Thalia Theater Schillers «Don Carlos» ins Klassikerrennen und Sebastian Schug in Hannover Molières «Don Juan». Die Münchner lockt Christian Stückl mit Bert Brechts «Dreigroschenoper» ins Volkstheater, die Basler Elias Perrig mit Wedekinds «Frühlings Erwachen». Um Kanonerweiterung immerhin bemüht man sich in Zürich, wo Frank Castorf ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Service, Seite 56
von
Lucy Prebbles «Enron» wurde von britischen Kritikern mit superlativen Rezensionen überhäuft, als «era-defining, must-see theatrical event of the year» gefeiert und hat 2009 und 2010 alle 21.800 Plätze seiner Royal-Court-Theatre-Laufzeit sowie seinen West-End-Transfer ausverkauft. Nicht schlecht für ein Stück über den Kollaps eines texanischen Energieunternehmens....
Über das Portal meines Theaters», sagte Tankred Dorst vor gut zehn Jahren, «würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» Was ist es, das einen Menschen zum Schreiben bringt? Und wichtiger noch, dafür sorgt, dass er damit nicht aufhört? Über vierzig, fünfzig, sechzig Jahre seines Lebens? Wahrscheinlich ist keine Antwort auf diese Frage...
Theater heuteWorüber wir heute reden wollen, ist gar nicht so leicht zu fassen, denn man begibt sich schon mit dem Sprachgebrauch auf vermintes Gelände. Vorsichtig formuliert haben wir es mit Integrationspolitik zu tun (demonstratives Räuspern von Shermin Langhoff). Die damit verbundene Debatte lässt sich vereinfacht auf drei Positionen herunterbrechen. Die erste...
