Auf blutigen Spuren

Guillermo Calderón «Bavaria» (U) im Residenztheater München

Theater heute - Logo

Was und warum sie gemeinsam alles hinter sich lassen wollen, wird bis zuletzt nicht ganz klar an diesem Heimatabend mit rein weiblicher Besetzung, der mit viel inbrünstigem Gesang und verpeilter Heilssuche zu Werke geht. Es muss etwas mit Sehnsucht nach einer ganz speziellen Freiheit zu tun haben, die so zumindest in der «Hölle» des Freistaats Bayern nicht zu finden ist, oder spirituell verbrämt mit einem «reinen Leben» in einer pseudoreligiösen Schwesternschaft.

Und so richtig einig ist man sich auch nicht, ob das neue Paradies in Paraguay, Chile oder nicht besser doch nur eine Stunde von der Landeshauptstadt entfernt im Voralpenland zu suchen ist. 

Der chilenische Dramatiker und Regisseur Guillermo Calderón, seit gut einem Jahrzehnt auch an zahlreichen europäischen Häusern und in den USA präsent, hat als seine erste Auftragsarbeit für das Münchner Residenztheater ein Stück geschrieben und im Marstall inszeniert, das die vielfach verflochtene und ideologisch belastete Geschichte deutscher Auswanderung nach Südamerika vor dem Hintergrund heutiger Querdenkerei neu aufrollt. In einer Art esoterisch ausgepolstertem Vorbereitungscamp haben sich sechs Impfgegnerinnen in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2023
Rubrik: Chronik, Seite 78
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Chaos mit Teamgeist

Wo entsteht Kunst? Eher im «House of Trouble» als im «House of no Trouble». Denn über dem Eingang zum ersteren steht «Hoffnung», über dem zum anderen «Friede, Freude, Eierkuchen». So erklärt es das Personal in Milan Peschels Theater-auf-dem-Theater-Revue «House of Trouble». Die erste Karlsruher Inszenierung des regiefleißigen Berliner Schauspielerstars erbrachte...

Sieg der Vernunft

Und wenn es nun in dieser Minute geschlossen gewesen wäre, darum also hätte ich gelebt?», räsonniert Heinrich von Kleist in einem Brief, den er am 18. Juli 1801 unmittelbar nach seinem «spektakulären» Kutschen-Unfall auf dem Butzbacher Marktplatz schrieb, über sein Leben. «Das hätte der Himmel mit diesem dunkeln, rätselhaften, irdischen Leben gewollt, und weiter...

Caren Jeß: Die Katze Eleonore

Anmerkungen:


Besetzung:

Zwar ist Die Katze Eleonore ein Monolog. Doch wird für seine Inszenierung zusätzlich eine männliche Stimme benötigt, die die Mailbox-Nachrichten des Psychologen Wildbruch (Szenen II/11 und III/6) einspricht. Eine weitere Stimme für die Nebentexte in AKT III ist optional. AKT III kann auch – bis auf den Mailboxtext – sprachlos eingerichtet...