Ariane Mnouchkine «Les Naufragès ...»

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Da ist sie wieder, in alter Größe und auf den Spuren des totalen Spektakels: Ariane Mnouchkine. Ganz offensichtlich will sie zeigen, dass die große Direktorin des revolutionären Theaters in Frankreich noch längst nicht mundtot ist, und dreht ausgerechnet einen Stummfilm. Mnouchkines neues Stück «Les naufragés du Fol Espoir» ist das Making-of eines Films aus der Vergangenheit, den es niemals geben wird. Das liegt nicht daran, dass seine Partitur allein auf die Körper geschrieben wurde, sondern weil alles Utopie bleiben darf, und das gleich dreifach.

 
 

Utopie 1: einen Film überhaupt zu drehen, denn wir schreiben 1914, der Balkan ist ein Pulverfass. In Frankreich wird der Sozialist Jean Jaurès ermordet, schließlich wird mobil gemacht. 
 

Utopie 2: mit dem Film eine Botschaft für den Frieden abzusetzen, die den Krieg verhindern hilft. Ein Taubenschiss, verglichen mit Utopie Nummer 3: in einem neuen, unberührten Land eine freie, gerechte, friedliche und glückliche Gesellschaft zu errichten. Während dieses Projekt Utopia auf allen Höhen und in den Tälern Schiffbruch erleidet, zeigt die Truppe des Théâtre du Soleil auf allen Ebenen, dass man im Freiraum der Kunst zumindest einen Teil ...

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Tanz Mai 2010
Rubrik: KALENDER, Seite 46
von Thomas Hahn

Vergriffen
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