Am Mast

Miriam Loibl und Ensemble «Das Floß der Medusa» am Schauspiel Magdeburg

Theater heute - Logo

Wer schon einmal das Bild des «Floß der Medusa» betrachtet hat, kam sicher nicht umhin, sich die Ereignisse vorzustellen, die hier angedeutet werden. Nach einem Schiffbruch 1816, verantwortet von einem unerfahrenen und eitlen Kapitän, wird ein Teil der Crew ihrem Schicksal auf offener See überlassen. Nur fünfzehn überleben die fast zweiwöchige Höllenfahrt, die von Hunger, Gewalt und Kannibalismus geprägt ist.

Die Frage an ein Theaterstück über jene wahre Geschichte dürfte also auch sein: Was, wenn das Floß der Medusa zum Leben erweckt würde? Was würde es uns über die Menschen auf diesem Floß erzählen? Die Inszenierung von Mirjam Loibl am Theater Magdeburg hat darauf ihre ganz eigene Antwort.

Die Regisseurin setzt auf modern-minimalistische Form, die auf klare Kostüme, ein ein -faches, aber wirkungsvolles Bühnenbild und das bloße Spiel setzt: Der Ort des Geschehens besteht aus blauen Bühnenteilen, die einer gleichförmigen Wellenform folgen – bis das Schiff auf Grund geht und die Crew dem tosenden Meer überlässt.

Die gehobene Gesellschaft der Mitreisenden tritt von Anfang an vor Selbstbewusstsein strotzend vor das Publikum, in purpurhellen französisch anmutenden Kostümen (Anna Maria ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2025
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Anna Hoffmeister

Weitere Beiträge
Premieren im Mai 2025

AALEN, THEATER DER STADT
31. Herrndorf, Bilder deiner großen Liebe
R. Ella Elia Anschein

AACHEN, THEATER
2. Leo Meier, fünf minuten stille
R. Lucien Strauch

ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
15. Schreiter, Lautlos schreien
R. Asia Schreiter (Spielclub)

AUGSBURG, STAATSTHEATER
28. Berg, Wonderland Ave
R. Lukas Joshua Baueregger

BADEN-BADEN, THEATER
09....

What a wonderful World

Elfriede Jelinek, «Asche»
Schon der Titel macht wenig Mut –und Elfriede Jelineks «Asche» seinem/ihrem Namen alle Ehre: Verlust und Niedergang auf vielen Ebenen. Da wäre der Tod des Lebensgefährten, den das dramatische Ich erleben muss, das bei Elfriede Jelinek immer eine komplizierte Angelegenheit ist. Da wären die allfälligen Alterungs- und Zerfallsprozesse am...

Historisch aktuell

Mit «Bauern, Bonzen und Bomben» erlangte Hans Fallada zwar keine Bekanntheit. Doch die präzise Darstellung der sozialen und politischen Konflikte der Kleinstadt Neumünster in Schleswig-Holstein, von der aus die Bauernproteste der 1930er Jahre ihren Ausgang nahmen, schätzen Regisseure bis heute, steht sie laut Fallada doch für «alle tausend andere und für jede...