Alte Meister
Das Programmheft gibt sich martialisch: auf dem Umschlag eine Gruppe am Boden hingelagerter Nato-Kämpfer mit schwarzen Tarnmasken vor den Bergen Afghanistans, darunter knallig ohne den bestimmten Artikel der Stücktitel in Großbuchstaben: SOLDATEN. Auch die Pressestelle der Volksbühne fährt schwerste zeitkritische Kaliber auf: «Die westliche Kultur beglückt im Waffengang die Welt mit Demokratie und offenbart dabei vor allem ihre eigenen zivilisatorischen Abgründe: Die Folterungen im Gefängnis von Abu-Ghuraib sind die inzwischen sichtbare Spitze davon.
» Man sorgt sich weiter und grüßt mit der Wortwahl in Richtung Carl Schmitt, «wie nah sich ein stehendes Heer selbst zu Friedenszeiten am Ausnahmezustand befindet». Zweifellos eines der zwingendsten Themen der Zeit treibt die politisch hellwache Berliner Volksbühne und ihren Intendanten gerade um.
Während am Hindukusch die Soldaten auf blankem Boden kauern müssen, sitzt der Volksbühnen-Besucher deutlich angenehmer. Er lagert zur Spielzeitmitte immer noch auf den styroporgefüllten «Ozean»-Seesäcken, die inzwischen ordentlich breitgesessen ein wohliges Ausstrecken ermöglichen. Unten auf der Bühne sieht es auch recht probengemütlich aus. ...
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Aus Mexiko...
