Abgeschminkt
«Nichts», tönt Nadine Geyersbachs Stimme aus einem Ding, irgendwo zwischen Sitzsack, Fruchtblase und riesigem Marshmallow. «Nichts … ist aussichtsloser zu schildern als Leere. Nichts schwerer zu veranschaulichen als Monotonie.» Eine Welterschaffung: Anne Sophie Domenz hat ihrer Inszenierung von Schillers «Maria Stuart» am Theater Bremen eine Textcollage vorangestellt, unter anderem von Stefan Zweig, dem RAF-Terroristen Holger Meins und Passagen eines indonesischen Schöpfungsmythos.
Was dafür sorgt, dass die Inszenierung zwar einige Zeit braucht, in einen Schiller-Rhythmus zu finden, als Motto aber taugt: Wo aus dem Nichts etwas entstehen soll, ist erstmal alles Inszenierung, ist alles Design. Und über dieses Design lässt sich trefflich streiten, wenn es sein muss, bis aufs Blut.
Es ist einfach, «Maria Stuart» zu politisieren. Die Vorlage ist historisch genau, ohne Probleme lassen sich im Konflikt zwischen Maria und Elisabeth die Fallstricke höfischer Machtstrukturen im 16. Jahrhundert skizzieren – und von dort aus kommt man leicht zu einer Hierarchiekritik der Gegenwart. Domenz aber, im Hauptberuf Regieassistentin unter anderem bei Felix Rothenhäusler, der vor einem Jahr mit den ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik: Bremen, Seite 64
von Falk Schreiber
© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt 2014
«Im zermauerten Land» ist ein Vorabdruck aus:
Günther Rühle
Theater in Deutschland 1945–1966
Seine Ereignisse – seine Menschen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014,
1.440 Seiten, gebunden, € (D) 46,00/€ (A) 47,30/SFR 61,90,
erscheint am 23. Oktober 2014In der Bundesrepublik war man schon lange stolz auf den erreichten...
6./Montag
20.15, arte: Die Wand Spielfilm (2011) von Julian Roman Pölsler nach Marlen Haushofer, mit Martina Gedeck, Karl Heinz Hackl, Hans-Michael Rehberg, Wolfgang Maria Bauer u.a.
(vgl. TH 4/2012)
21.55, arte: Faust russischer Fernsehfilm (2011) von Alexander Sokurow nach
Goethe, mit Johannes Zeiler, Anton Adassinski, Isolda Dychauk, Hanna Schygulla, Florian...
Annie Sprinkle hat schöne Brüste. Große, schwere, weiche Brüste, die die 60-jährige Übermutter der künstlerischen Sexarbeit im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu Strauss’ «Donauwalzer» tanzen ließ: niedlich, lustig, auch erotisch. Es war eine kluge Entscheidung, Sprinkles kurze Performance «Bossom Ballet» zur Eröffnung der Konferenz «Fantasies that matter –...
