Abgeschminkt
«Nichts», tönt Nadine Geyersbachs Stimme aus einem Ding, irgendwo zwischen Sitzsack, Fruchtblase und riesigem Marshmallow. «Nichts … ist aussichtsloser zu schildern als Leere. Nichts schwerer zu veranschaulichen als Monotonie.» Eine Welterschaffung: Anne Sophie Domenz hat ihrer Inszenierung von Schillers «Maria Stuart» am Theater Bremen eine Textcollage vorangestellt, unter anderem von Stefan Zweig, dem RAF-Terroristen Holger Meins und Passagen eines indonesischen Schöpfungsmythos.
Was dafür sorgt, dass die Inszenierung zwar einige Zeit braucht, in einen Schiller-Rhythmus zu finden, als Motto aber taugt: Wo aus dem Nichts etwas entstehen soll, ist erstmal alles Inszenierung, ist alles Design. Und über dieses Design lässt sich trefflich streiten, wenn es sein muss, bis aufs Blut.
Es ist einfach, «Maria Stuart» zu politisieren. Die Vorlage ist historisch genau, ohne Probleme lassen sich im Konflikt zwischen Maria und Elisabeth die Fallstricke höfischer Machtstrukturen im 16. Jahrhundert skizzieren – und von dort aus kommt man leicht zu einer Hierarchiekritik der Gegenwart. Domenz aber, im Hauptberuf Regieassistentin unter anderem bei Felix Rothenhäusler, der vor einem Jahr mit den ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik: Bremen, Seite 64
von Falk Schreiber
Günther Rühle erzählt - vier Fragen und ein Leben als Antwort
Franz Wille: Lieber Herr Rühle, Sie sind Jahrgang 1924, haben noch den Rest des Hitler-Theaters erlebt und jetzt über den Neuanfang nach 1945 geschrieben. Wie haben Sie den Übergang geschafft? Ihre Generation, die jüngste, die noch im Krieg war, musste schnell umdenken, umlernen.
Günther Rühle: Als ich...
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4. Ecer, Am Rand (DE)
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3. Miller, Tod eines Handlungsreisenden
R. Bernhard Stengele (in Gera)
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R....
Das Leben ist ein Hamsterrad. Und wer nicht in Tritt und Übung bleibt, den haut es aus der Kurve. Das weiß Jonathan Jeremiah Peachum, Bettlerkönig von London, der im Stuttgarter Schauspiel in einem überdimensionalen Hamsterrad seine Runden dreht. Schließlich ist der Mann ein arrivierter Businessman, der als Geschäftsmodell den Pöbel der Hauptstadt dirigiert. Und...
